Hammer-Urteil

Knast für Lugner-Ferrari-Dieb, Vater kommt frei

© fuhrich/oe24
Rund 25 Jahre lang war der feuerrote Ferrari 348 TB Eigentum von Society-Löwe Richard Lugner (†91). Doch nach dem dreisten Raub im April 2025 gab es jetzt am Landesgericht Wiener Neustadt das Urteil.
Zur Vollversion des Artikels

Der Luxus-Wagen, der in einer Tiefgarage in Wiener Neudorf (Bezirk Mödling) geparkt stand, gehörte zuvor 25 Jahre lang der Familie von "Mörtel" Lugner und war zuletzt auf dessen Ex-Frau Christine angemeldet gewesen.

Täter spähten schon ein Jahr lang Tatort aus

Hinter dem dreisten Coup steckte laut Medienberichten eine slowakische Bande, die das große Geld witterte. Schon ein Jahr vor dem Coup im April 2025 spähten die Täter die Tiefgarage aus. Das ergab eine Auswertung der Smartphones durch die Polizei.

Der 30-jährige Haupttäter hatte den 100.000 Euro Luxus-Schlitten dann im April 2025 in die Slowakei entführt und dort für gerade einmal 5.000 Euro verkauft. Zwei weitere Ferraris in der Garage starteten nicht an und blieben den Besitzern.

Angeklagter bei Prozess in Wiener Neustadt. © fuhrich/oe24

Vater kommt frei, Sohn sitzt ein

Nun fiel das Urteil: Zweieinhalb Jahre unbedingte Haft für den 30-jährigen Hauptangeklagten, Freispruch für seinen Vater (54). Beide Urteile sind nicht rechtskräftig.

Brisant: Der bei den Diebstählen verwendete Mercedes war auf den Vater angemeldet. Dieser bestritt aber jede Beteiligung. Das Fahrzeug sei zwar auf ihn angemeldet gewesen, aber nur von seinem Sohn verwendet worden.

Dreister-Luxusdiebstahl: Ex-Ferrari der Familie Lugner gestohlen. © APA, Zvg

Der entscheidende Befreiungsschlag für den Vater kam durch eine Auswertung der Telefonlisten. Diese bewies, dass sein Handy zum Tatzeitpunkt in der Slowakei eingeloggt war. Der Mann, ein Gewerbetreibender, ist in Deutschland bereits zweimal vorbestraft worden.

Der bereits in Haft befindliche 30-Jährige zeigte sich vor Gericht grundsätzlich geständig. Er gab zu, den Ferrari gestohlen und in die Slowakei gebracht zu haben. Dafür habe er von einem Rumänen namens Mario, dessen Nachname unbekannt sei, 5.000 Euro erhalten.

Ursprünglich war noch ein dritter Slowake angeklagt. Dieser erschein aber aus gesundheitlichen Gründen nicht vor Gericht, woraufhin er aus dem Verfahren ausschied.

Langes Sündenregister des Sohnes

Dabei ist der Sohn kein unbeschriebenes Blatt. Der 30-Jährige hatte bereits vier Vorstrafen, drei davon in der Slowakei und eine in Österreich. Die Staatsanwaltschaft lastet ihm eine Schadenssumme von 300.000 an, was der 30-Jährige aber bestritt. Unter anderem soll der Mann in Schwechat mehrere KTM-Motorräder sowie ein teures BMW-Diagnosegerät gestohlen haben.

Der Lugner-Ferarri bleibt verschollen. Der mysteriöse Mario aus Rumänien oder der dritte Slowake müsste wohl erst einmal gefunden werden, um das Rätsel zu klären...