Bordwand aufgerissen
Kollision beim Ablegen: Kreuzfahrtriese kracht in Frachter
Das Auslaufen aus dem Hafen sollte für Tausende Urlauber der Auftakt zu einer entspannten 20-tägigen Reise auf die Kanarischen Inseln werden. Gegen 17 Uhr verließ der Luxusliner der Flotte von TUI Cruises die traditionsreiche Columbuskaje. Obwohl der Ozeanriese aufgrund der widrigen Witterungsverhältnisse mit starkem Wind von Schleppern gesichert und manövriert wurde, geriet das Manöver auf Höhe des Containerterminals außer Kontrolle. Extreme Windböen erfassten die mächtige Silhouette des Urlauberschiffs.
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Trotz des vehementen Einsatzes der Schleppverbände konnte die "Mein Schiff 3" ihren vorgesehenen Kurs im Fahrwasser nicht halten und stieß seitlich mit einem am Terminal liegenden MSC-Containerschiff zusammen. Nach Informationen der "Nordsee-Zeitung" riss durch die Wucht des Aufpralls die Bordwand des Frachters auf.
Reederei bestätigt Zwischenfall: Keine Verletzten an Bord
Unmittelbar nach der Havarie konnte die Schiffsführung die Situation stabilisieren. Das Kreuzfahrtschiff kehrte aus eigener Kraft an die Pier zurück, wo es sicher festgemacht wurde.
Die Reederei TUI Cruises äußerte sich rasch offiziell zu den Geschehnissen und betonte den glimpflichen Ausgang für alle Beteiligten:
- Entwarnung für Menschen: Nach derzeitigem Kenntnisstand gab es weder unter den Passagieren noch unter den Besatzungsmitgliedern Verletzte.
- Gutachten eingeleitet: Die genauen Beschädigungen an beiden Schiffen werden über Nacht von Sachverständigen akribisch begutachtet.
- Polizeiliche Erhebungen: Die Wasserschutzpolizei der Polizei Bremen hat umgehend offizielle Ermittlungen zum genauen Unfallhergang aufgenommen.
- Zukunft der Reise: Wann und ob die 20-tägige Kanaren-Kreuzfahrt fortgesetzt werden kann, ließ das Unternehmen vorerst offen; weitere Details sollen nach Vorliegen gesicherter Erkenntnisse folgen.
Augenzeugen schildern bange Minuten vor dem Zusammenstoß
Am Kai und an Bord spielten sich während des Zwischenfalls dramatische Szenen ab. Christian Breden hatte seine Eltern kurz vor dem Unglück zum Schiff begleitet und ihnen beim Verlassen der Kaje zugewinkt. Aus nächster Nähe konnte er beobachten, wie das Schiff mit den Naturgewalten rang. Er berichtet gegenüber der "Bild": "Das Schiff stand minutenlang etwa 30 Meter vom Kai entfernt auf der Stelle. Es kam nicht gegen den Wind an. Die Böen waren wirklich stark."
Rund zehn Minuten nach diesen auffälligen Verzögerungen krachte es im Hafenbereich. Die Eltern von Breden befanden sich in einer Kabine auf der Steuerbordseite – genau jener Schiffshälfte, die direkt in die Flanke des Frachters gedrückt wurde.
Erschütterung im Rumpf: Ungewissheit für die Urlauber
Die Wucht des Anpralls war für viele Reisende deutlich spürbar. Gegenüber Medien schilderten Augenzeugen, es habe plötzlich gekracht, wie man es an Bord noch nie erlebt habe, gefolgt von einem spürbaren Zittern und Ruckeln durch den gesamten Rumpf.
Bemerkenswert blieb das Bild im Schiffsinneren: Während Passagiere auf der Steuerbordseite den Crash unmittelbar miterlebten, bemerkten viele Gäste auf der abgewandten Backbordseite zunächst überhaupt nichts von dem Unfall. Einige von ihnen erfuhren erst später beim Abendessen im Bordrestaurant vom Zusammenstoß mit dem Großfrachter. Für sämtliche Urlauber gilt nun bis auf Weiteres: Warten an der Kaje statt Sonne auf den Kanaren.