SPÖ-Machtkampf

Kommt es heute zum Showdown zwischen Babler und Zeiler?

Die SPÖ kommt nicht zur Ruhe. Gerhard Zeiler bringt sich als Parteichef in Stellung, während die Länder rasche Klarheit fordern. Ein direktes Duell mit Andreas Babler steht womöglich kurz bevor.
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Wien. Am Dienstagabend um 20 Uhr steht die Premiere des neuen "Kreisky"-Films im Wiener Gartenbau-Kino als Termin für ein potenzielles Aufeinandertreffen auf dem Programm. Die SPÖ taumelt derzeit weiter durch eine offene Führungsdebatte. Vier Tage nach der Ankündigung von Zeiler, für die Parteispitze zur Verfügung zu stehen, hat sich öffentlich noch immer kein expliziter Unterstützer gefunden. Gleichzeitig bleiben jedoch auch Solidaritätsbekundungen für Amtsinhaber Babler aus. Bei der abendlichen Premiere sind Letzterer und Ex-Kanzler Christian Kern angesagt. Ob der Herausforderer, der den Streifen gefördert hat, ebenfalls erscheint, ist unklar. Es wäre der erste direkte Showdown.

Hier hat Zeiler die größte Unterstützung

Die größte Unterstützung dürfte Zeiler neben jener von unterschiedlichsten Altpolitikern noch im Süden haben. Kärntens Klubchef Lucas Burgstaller fand am Dienstag lobende Worte. Er sieht in dem Manager eine "Person, die ich als gut und durchaus geeignet befinde, auch in der Politik Entscheidungen zu treffen". Dort hatte man bereits am Montag ein Treffen der Länder angeregt, um ein zügiges Prozedere zu verankern.

Steirer mit Kärntner akkordiert

Abgestimmt agieren dürfte man mit der steirischen SPÖ, deren Vorsitzender Max Lercher am Dienstag meinte, entscheidend sei nun, dass auf Bundesebene rasch Einigkeit über ein klares, professionelles Prozedere hergestellt werde, wie mit der Bewerbung Zeilers umgegangen werde. Es geht laut Lercher nicht um Befindlichkeiten in der Partei, sondern "um unsere Verantwortung für die Menschen im Land." Am Mittwoch will man in der Landespartei nach einem Vorstand mit einer Position an die Öffentlichkeit treten.

Der steirische SPÖ-Chef Max Lechner. © oe24

Ruf nach internen Gesprächen

Salzburgs Landesparteichef Peter Eder erklärte am Dienstag, er würde zu einem Treffen der Parteichefs anreisen. Er finde es vernünftig, persönlich über Probleme zu sprechen: "Wir reden im Wohnzimmer, nicht am Balkon."

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SPÖ: Führungsdebatte kommt nicht vom Fleck


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Tirols Vorsitzender Philip Wohlgemuth drängt angesichts der Landtagswahl im kommenden Jahr auf ein schnelles Ende der Diskussion. Er plädiert für einen Sonderparteitag oder eine Mitgliederbefragung.

Vorarlbergs Parteichef Mario Leiter warnte hingegen davor, dass die offene Debatte die Durchsetzungskraft der Partei in der Bundesregierung hemme. Aus Oberösterreich kommen gemäßigtere Töne: Vorsitzender Martin Winkler ist gegen Zeitdruck und rät dazu, "mit ruhiger Hand" zu agieren.

Zentrale Machtzentren schweigen weiterhin

Schwierig sind Umstürze in der Partei, wenn man nicht Wien und die Gewerkschaft hinter sich hat. Beide zeigen sich seit Tagen schweigsam. Die FSG-Spitzen trafen sich am Montag, die Begeisterung für einen Parteivorsitzenden Zeiler ist dort enden wollend.

In Wien, wo Babler in linken Sektionen weiter seine Fans hat, ist die Stimmungslage vielfältig, was wohl auch ein Grund ist, dass sich Bürgermeister Michael Ludwig aktuell raushält. Für einen Wechsel soll die Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures lobbyieren, deren Verhältnis zu Babler seit jeher zerrüttet ist.

Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) soll für einen Wechsel in der Parteiführung plädieren. © APA/ROLAND SCHLAGER

Das Burgenland will bei der Personaldebatte nicht mitmachen, findet man doch beide Alternativen nicht gerade reizvoll. Keine großen Worte gibt es auch von der Frauenorganisation, in der ebenfalls kein Zeiler-Hype bemerkbar ist.

Zeiler will Werte wie unter Kreisky ins Zentrum rücken

Zeiler selbst, der die nächsten Wochen großteils im Ausland verbringen dürfte, gibt indes Interview um Interview und betont dabei, im Gegensatz zu Babler kein Marxist zu sein, die Wirtschaftspolitik in den Vordergrund rücken und Werte wie unter Bruno Kreisky wieder in den Mittelpunkt sozialdemokratischer Politik stellen zu wollen.