Der frühere bosnisch-serbische Armeechef starb am Donnerstag im Alter von 84 Jahren in einem Krankenhaus in Den Haag. Dort verbüßte er eine lebenslange Haftstrafe wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Nun kündigte Serbiens Justizminister Nenad Vujić an, Mladić werde "alle militärischen und staatlichen Ehren erhalten, auf die er Anspruch hat". Wo der ehemalige General beigesetzt wird, soll seine Familie entscheiden.
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Sein Name steht für das Massaker von Srebrenica
Mladić gilt als eine der zentralen Figuren des Bosnienkriegs. Besonders eng ist sein Name mit dem Völkermord von Srebrenica verbunden.
Im Juli 1995 nahmen bosnisch-serbische Truppen unter seinem Kommando die damalige UN-Schutzzone ein. Rund 8.000 muslimische Männer und Jungen wurden ermordet. Ihre Leichen wurden anschließend in Massengräbern verscharrt.
2017 verurteilte das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag Mladić zu lebenslanger Haft.
Trotz Völkermord: Mladić wird bis heute verehrt
In Teilen Serbiens und der Republika Srpska wird Mladić bis heute als Held verehrt. Nach seinem Tod würdigte etwa Milorad Dodik den Ex-General als "eine große Persönlichkeit für das serbische Volk". In verschiedenen Orten soll sogar Feuerwerk zu seinen Ehren gezündet worden sein.
Auch Serbiens Präsident Aleksandar Vučić stellte sich nach Mladićs Tod demonstrativ gegen das Gericht in Den Haag. Er warf den Richtern vor, sie hätten gewollt, dass Mladić "hinter Gittern stirbt", und bezeichnete den Umgang mit dem schwer kranken Gefangenen als "zivilisationsfeindlich".
Sollte sich die Familie für eine Beerdigung in Serbien entscheiden, versprach Vučić staatliche Unterstützung. Ein Team wurde bereits nach Den Haag geschickt, um die Überführung vorzubereiten.
Noch kein endgültiges Staatsbegräbnis bestätigt
Wie genau Mladić verabschiedet werden soll, ist allerdings noch nicht vollständig geklärt. Während der Justizminister staatliche und militärische Ehren angekündigt hat, bestätigte Vučić ein formelles Staatsbegräbnis bisher nicht ausdrücklich.
Auch der genaue Ort steht noch nicht fest. Im Gespräch ist unter anderem eine Beisetzung in Belgrad – möglicherweise neben Mladićs Tochter.
Damit bleibt vorerst offen, wie groß die staatliche Ehrung für einen Mann ausfallen wird, der wegen Völkermords und schwerster Kriegsverbrechen zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.