Motos aus Manaus

KTM eröffnet neues Werk in Brasilien

© KTM
Die KTM AG baut ihre Präsenz im größten Motorradmarkt Lateinamerikas mit einem eigenen Werk aus. Am Standort Mattighofen in Österreich bleibt die Produktion bestehen.
Zur Vollversion des Artikels

Am Mittwoch wurde der neue KTM-Standort im brasilianischen Manaus  offiziell eröffnet. Er ist das einzige vollständig KTM-eigene Montagewerk außerhalb Österreichs und verfügt über eine eigene Fahrzeug- und Motorenmontage.

Gefertigt wird ausschließlich für den brasilianischen Markt, die Produktion in Österreich bleibt, wie gehabt, in Mattighofen.

Brasilien als Wachstumsmarkt

KTM 390 ADVENTURE laufen in Manaus vom Band © KTM

Brasilien steht für rund 70 Prozent des lateinamerikanischen Motorradmarktes und bietet KTM damit große Chancen. Bisher wurden KTM-Motorräder dort im Auftrag eines Partners montiert, mit dem eigenen Werk übernimmt das Unternehmen die Produktion nun selbst. Damit stärkt KTM seine Marktpräsenz und Produktverfügbarkeit im Land und schafft zugleich die Grundlage, das Angebot schrittweise auszubauen.

CEO Gottfried Neumeister erklärt: "Brasilien zählt zu den wichtigsten und vielversprechendsten Motorradmärkten der Welt – und für KTM gibt es dort noch viel Raum. Mit dem Werk in Manaus schaffen wir die Voraussetzungen, dieses Potenzial zu nutzen und unseren Kundinnen und Kunden vor Ort noch näher zu sein. Das ist ein bewusster Schritt für gezieltes Wachstum und ein langfristiges Bekenntnis zu diesem Markt."

KTM Fabrik in Manaus © KTM

Serienproduktion läuft seit dem Sommer

Der offiziellen Eröffnung ging ein schrittweiser Produktionsanlauf voraus:

  • Am 26. Juni 2026 wurde der erste Motor unter Serienbedingungen gefertigt, am 1. Juli folgte der Produktionsstart der Zweitakt-Enduros.
  • Seit 10. August läuft die KTM 390 ADVENTURE R vom Band, im Oktober kam die KTM 390 ADVENTURE X hinzu.
  • Neben den beiden Adventure-Modellen umfasst das Startportfolio Enduros von KTM und Husqvarna Motorcycles mit Zweitaktmotor (300 Kubikzentimeter) und Viertaktmotor (350 Kubikzentimeter) sowie die Motocross-Maschinen KTM 250 SX-F und KTM 450 SX-F.
  • 2027 erweitert sich das Programm um die KTM 790 ADVENTURE R, die KTM 790 DUKE und die KTM 390 ENDURO R.

Im Einschichtbetrieb ist das Werk auf rund 10.000 Motorräder pro Jahr ausgelegt. Für 2027 sind 7.000 bis 8.000 Einheiten geplant, ab 2028 soll voraussichtlich im Zweischichtbetrieb gefertigt werden.

"Der erfolgreiche Anlauf zeigt, was in Manaus möglich ist – und wir haben noch einiges vor. Das Werk kann mit dem Markt mitwachsen, sowohl bei der Kapazität als auch beim Modellangebot. Gleichzeitig stärken wir unsere Wettbewerbsfähigkeit durch lokale Wertschöpfung, hohe Kosteneffizienz und eine flexible Produktionsstruktur. Damit schaffen wir die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und stellen die Weichen für eine wirtschaftlich starke Zukunft in Brasilien", so Petra Preining, CFO.

Globale KTM-Standards, lokale Wertschöpfung

Das Werk ist direkt in das globale Produktionsnetzwerk von KTM eingebunden. Aufgebaut wurde der Standort von Teams aus Mattighofen und Manaus gemeinsam.

Auch die Region profitiert davon: Bislang hat KTM rund drei Millionen Euro in den Standort investiert, weitere zwei Millionen Euro sind für 2027 und 2028 vorgesehen. Rund 80 Mitarbeitende sind direkt bei KTM do Brasil beschäftigt, weitere rund 20 über Dienstleister. Durch Schulungen und Know-how-Transfer zwischen Österreich und Brasilien baut KTM technische Kompetenz vor Ort auf. Mit 15 lokalen Lieferanten, die derzeit 80 verschiedene Komponenten liefern, sind auch Partner aus der Region eingebunden.

"Jedes Motorrad, das in Manaus gefertigt wird, trägt das KTM-Versprechen: Performance, Innovation, Qualität und Fahrspaß. Es gelten dieselben Prozesse, Qualitätsstandards und technischen Anforderungen wie in unserem Werk in Österreich. Dass wir das erreicht haben, verdanken wir dem Einsatz unseres brasilianischen Teams und der engen Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen in Österreich", so Fabian Steinbacher, Vice President Operations.

Händlernetz als Fundament

Umgesetzt wurde das Projekt in enger Zusammenarbeit mit Bajaj do Brasil - eine 100%ige Tochter der Bajaj Auto Limited -  über die KTM zugleich seine Vertriebsorganisation im Land aufgestellt hat.

Größte indische Investition in Österreich

Bajaj Auto Limited hat insgesamt rund 800 Millionen Euro in den österreichischen Motorradhersteller KTM bzw. dessen Mutterkonzern, die Bajaj Mobility AG (ehemals Pierer Mobility AG), gesteckt. KTM-CEO Neumeister sagt oe24, dass der Turnaround von KTM in Österreich und weltweit in guten Bahnen verläuft.

Eine zentrale Rolle in Brasilien spielen die Händlerpartner. Sie haben die Marke KTM in Brasilien über Jahre mitgeprägt und auch in herausfordernden Zeiten die Verbindung zu den Kundinnen und Kunden im ganzen Land gehalten. Mit der eigenen Fertigung entsteht nun gemeinsam eine stärkere Basis für die Entwicklung im Markt.