Auftakt-Pleite

Kühbauer: "LASK einfach zu Grün"

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Der LASK hat bei seinem Debüt in der Fußball-Champions-League Lehrgeld bezahlt. Das 0:1 bei AEK Athen vor beeindruckender Lärmkulisse war am Dienstag aller Ehren wert, gegen einen abgeklärteren griechischen Meister aber zu wenig.
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"Die Jungs haben sich nicht schlecht verkauft, aber auf diesem Niveau musst du es noch besser tun", lautete das Fazit von Trainer Dietmar Kühbauer. "In vielen Situationen sind wir einfach noch zu grün hinter den Ohren."

20 starke Anfangsminuten lang schien dem LASK in Nea Filadelfia alles zuzutrauen zu sein. Doch dann kam der herrliche Freistoßtreffer Razvan Marins, die Entstehung des vorangegangenen Fouls an der Strafraumgrenze war noch dazu eher unnötig. Davor habe man "gezeigt, was wir können, aber dann haben wir das Tor bekommen und sind ein bisschen eingebrochen", musste Kapitän Sascha Horvath zugeben. Die Linzer verloren den Zugriff, hielten hinten immerhin dicht. Die Abwehr um Andres Andrade, Joao Tornich und Xavier Mbuyamba agierte tadellos. "Aus dem Spiel heraus hat AEK eigentlich wenig produziert. Das hat lieb ausgeschaut", meinte Kühbauer, "aber sie haben eigentlich von unseren Fehlern profitiert."

Gellendes Pfeifkonzert gab "Kraft"

Und so hatte es der Außenseiter bis zur letzten Minute in der Hand, zumindest einen Punkt zu ergattern. Der LASK agierte nach dem Seitenwechsel bemüht, wenn auch harmlos, und verzeichnete im Ballbesitz nun einen Überhang. Die rund 30.000 AEK-Fans, die über 90 Minuten für ohrenbetäubende Unterstützung sorgten, spürten diese Gefahr. Gellendes Pfeifen begleitete jede Offensivaktion der Gäste. Einschüchternd habe das aber nicht gewirkt, betonte Tormann Lukas Jungwirth, im Gegenteil. "Es hat uns richtig Kraft gegeben, als uns das ganze Stadion ausgepfiffen hat", sagte der 22-Jährige.

Dass das LASK-Comeback von ÖFB-Teamstürmer Sasa Kaljdzic, der in der 74. Minute eingewechselt wurde, im Finish fast noch Früchte trug, wäre angesichts seines Last-Minute-Treffers bei der WM gegen Algerien schon fast kitschig gewesen. "Ein bisschen zu viel Respekt" vor dem Gegner ortete der Wiener, der es nach seinem ersten Pflichtspiel nach der Endrunde "noch nicht übertreiben" will. Auch für ihn war klar, dass das Niveau "ein anderes als in der österreichischen Liga" ist. Ins selbe Horn stieß Horvath, der auf die veränderten sportlichen und mentalen Anforderungen in der Königsklasse verwies. "Wir müssen uns mehr zutrauen, vor allem mit dem Ball", sagte der Routinier.

"AEK wäre Luft ausgegangen"

"Wenn wir den letzten Ball besser spielen, wäre durchaus mehr drinnen gewesen", befand Kühbauer, der an diesem Tag keinen Spieler in seinen Reihen hatte, der über sich hinauswachsen konnte. Der Burgenländer hätte jedenfalls gerne noch etwas länger gespielt als 93 Minuten. "Ich bin sicher, dass AEK die Luft ausgegangen wäre", lautete seine Hypothese. So war die CL-Premiere aber gelaufen, und AEK belohnte sich bei der CL-Rückkehr nach acht Jahren mit dem ersten Königsklassen-Sieg im 2022 errichteten Stadion.

Dass dem LASK am 14. Oktober beim nächsten CL-Auftritt zuhause gegen Liverpool Ähnliches gelingt, scheint angesichts der Klasse der Reds unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. "Wir müssen schleunigst dazulernen", forderte Kühbauer, auf dessen Elf danach in dieser Reihenfolge Sporting Lissabon (a), Slovan Bratislava (h), Bodö/Glimt (a), Fenerbahce Istanbul (h), Real Madrid (a) und FC Porto (h) warten. Vorerst gilt es aber, den Blick auf die Bundesliga zu richten. Da wartet am Sonntag der Schlager bei Vizemeister Sturm Graz und damit die erste echte nationale Herausforderung in dieser Saison. An Liverpool wollte Kühbauer daher vorerst gar nicht denken. "Das ist jetzt viel wichtiger."