Panik. Hans Peter Doskozil ist wieder jener, der es ziemlich unumwunden ausspricht: Andreas Babler, seines Zeichen SPÖ-Vorsitzender und Vizekanzler – gehöre de facto weg, weil die SPÖ im freien Fall sei. Ähnlich sehen es in Wirklichkeit bereits neun von neun roten Landesgruppen. In der Wiener SPÖ will man allerdings erst zeitnah zur Nationalratswahl - wann immer die wirklich sein werde – einen Wechsel an der Spitze der SPÖ.
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Brisant: Auch Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl sieht in der SPÖ "Feuer am Dach". Debatten sollten aber in den Gremien geführt werden. Niederösterreichs SPÖ-Landeschef Sven Hergovich wiederum wünschte sich via oe24 klarere Maßnahmen gegen Teuerung, für das Gesundheitssystem und gegen illegale Migration. Mehrere SPÖ-Insider sagen gegenüber oe24 – noch nur inoffiziell –, dass "derzeit nur noch Wolfgang Katzian (ÖGB-Präsident) und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig Babler halten" würden. Allerdings "nicht aus Überzeugung, sondern weil sie keine Neuwahl wollen". Das unterscheidet die zwei Herren freilich von vielen anderen in den roten Länderorganisationen, die "lieber aus der Koalition aussteigen" würden, weil die Bundesregierung "ihnen in ihren Augen" schade.
Warum Länderchefs jetzt auf Neos setzen
Taktik. Da sehen in der ÖVP – sie regiert bereits in drei Ländern mit der FPÖ – sogar noch mehr Vertreter so. Sie agieren nach dem alten schwarzen Landes-Motto, "wer unter mir Kanzler" sei, sei "wurscht". Aufstehen, will aber keiner der beiden Seiten als Erste. Sie hoffen daher auf die Neos. Diese waren zuletzt bei den Wehrpflicht-Verhandlungen knapp davor.