NS-Zeit

Land OÖ gibt NS-entzogenen Mineraliensammlungen an Stifte zurück

© Land OÖ
Besonders bemerkenswert ist der Fall Wilhering: Teile der naturwissenschaftlichen Sammlungen waren nach 1945 an das Stift zurückgegeben worden. Gerade wesentliche Teile der mineralogischen Schausammlung blieben jedoch verschollen. Die Kisten wurden mittlerweile gefunden.
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"Oberösterreich stellt sich seiner Geschichte und übernimmt Verantwortung. Dazu gehört auch, die Geschichte unserer öffentlichen Institutionen und ihrer Sammlungen sorgfältig und wissenschaftlich fundiert aufzuarbeiten. Wenn sich dabei zeigt, dass Eigentum während der nationalsozialistischen Terrorherrschaft unrechtmäßig entzogen wurde, ist es unsere Verpflichtung, daraus die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Mit der Entscheidung der Landesregierung geben wir diese Objekte an ihre rechtmäßigen Eigentümer zurück", sagt LH Thomas Stelzer (ÖVP).

Die Oberösterreichische Landesregierung hat am Montag einstimmig die Rückgabe umfangreicher mineralogischer Sammlungsbestände an ihre rechtmäßigen Eigentümer, das Stift Hohenfurth/Vyšší Brod und das Stift Wilhering, beschlossen. Damit zieht das Land Oberösterreich die Konsequenz aus einer umfassenden wissenschaftlichen Aufarbeitung der Herkunft dieser Bestände. Es handelt sich um 1.432 Objekte.

Jahrzehnte lang verschollen

Eine besondere Rolle spielen mehrere historische Holzkisten, die bereits 2016 bei Instandhaltungsarbeiten auf dem Dachboden des Francisco Carolinum entdeckt worden waren. Erst im Zuge der systematischen Revision der geowissenschaftlichen Sammlungen 2024 und 2025 wurden diese Kisten vollständig geöffnet und untersucht. Gleichzeitig wurden die mineralogischen, petrographischen und paläontologischen Bestände gezielt nach Objekten aus den ehemaligen Klostersammlungen durchsucht. Dabei konnten umfangreiche Bestände aus Hohenfurth und Wilhering identifiziert werden, die teilweise seit der NS-Zeit in ihren historischen Verpackungen erhalten geblieben waren.