Rechenzentrum CloudHQ
Leopoldsdorf: Datenriese erhitzt Gemüter
Drei Gebäude, jedes so groß wie ein Fußballfeld und 25 Meter hoch, will CloudHQ in Leopoldsdorf bauen. Den Strom liefert eine eigene Erdleitung vom drei Kilometer entfernten Umspannwerk, die Firma zahlt sie selbst.
Gekühlt wird mit einem geschlossenen Wasserkreislauf. Die Abwärme kann Haushalte, Betriebe oder ein Freibad heizen, erste Gespräche mit der EVN laufen.
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Hitzige Debatte
Am Abend wird es laut. Knapp 100 Bürger kritisieren die Informationspolitik der Gemeinde und fehlende Gutachten zu Lärm und Wärme. Firmenvertreter Andreas Graf-Matzner kontert: Beim Schall liegt CloudHQ unter den Grenzwerten, die Wärme wirkt sich laut Gutachten ab 60 Metern Höhe nicht mehr aus.
Die Kunden bleiben geheim, bisher zählen US-Riesen wie Microsoft oder Amazon dazu. Die Gemeinde bekommt neun Millionen Euro, es entstehen 50 bis 150 Jobs.
Baustart offen
Wann die Bagger auffahren, hängt vom Umweltverträglichkeitsverfahren ab. Die Bürger fordern mehr Informationen, die nächste Veranstaltung soll nicht die letzte sein.
Das geplante Rechenzentrum des US-Konzerns CloudHQ in Leopoldsdorf im niederösterreichischen Bezirk Bruck an der Leitha wird im Vollausbau eine Anschlussleistung von 150 Megawatt (MW) haben. Geplant sind nach Angaben des Unternehmens in Summe drei Gebäude mit 25 Metern Bauhöhe. Das Projekt wird nach einem Feststellungsverfahren durch die Abteilung Umwelt-und Anlagenrecht im Amt der NÖ Landesregierung einem Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unterzogen.
Die vorgesehenen Gebäude sollen dreistöckig werden, das Areal bekommt ein Umspannwerk und wird über eine direkte Stromleitung verfügen. Eine Photovoltaik-Anlage auf den Dächern soll etwa 1.200 Kilowatt erzeugen, wie am Freitag auch der ORF Niederösterreich berichtete.
Die Gesamtfläche des in der Bevölkerung nicht unumstrittenen Projekts liegt nach Angaben des Landes bei 6,7 Hektar, wobei nicht das ganze Ausmaß verbaut werden soll. Die Verpflichtung zur Umweltverträglichkeitsprüfung ergab sich insbesondere aus geplanten großen Notstromaggregaten mit einer Brennstoffwärmeleistung von insgesamt rund 470 MW.