Angebot
Lugner-Streit: Das ist die geheime Millionensumme
Der juristische Nervenkrieg um das Millionenerbe des verstorbenen Baumeisters Richard Lugner geht in die nächste, kräftezehrende Verlängerung. Die Verhandlung am Freitag vor dem Wiener Gericht sollte eigentlich den lang ersehnten Durchbruch bringen. Statt des erhofften Generalvergleichs trat jedoch rasch Ernüchterung ein: Die finanziellen Begehrlichkeiten und Angebote der beiden Parteien liegen weiterhin Welten voneinander entfernt.
Im Zentrum der gerichtlichen Auseinandersetzung steht die Räumungsklage der Lugner-Privatstiftung, die das Ziel verfolgt, die Witwe des Baumeisters aus der Immobilie im Wiener Edelbezirk Döbling zu delogieren. Während im Vorfeld der Verhandlung Spekulationen über eine gütliche Einigung im Raum standen, zeigte die Realität ein völlig anderes Bild.
Auch interessant
Die echten Zahlen des Millionen-Pokers
Wie oe24 in Erfahrung bringen konnte, unternahm die Vertretung der Privatstiftung vor Gericht zwar einen Schritt nach vorne und besserte ihr ursprüngliches Offert auf. Nachdem das erste Angebot von drei Millionen Euro von der Baumeister-Witwe einst umgehend abgelehnt worden war, legte die Gegenseite nun vier Millionen Euro als Abfindungssumme für den Auszug auf den Tisch.
Doch auch diese nachgebesserte Summe vermochte die tiefe Kluft keineswegs zu überbrücken. Simone Lugner, die zu Beginn der Auseinandersetzung ursprünglich eine Forderung von 24 Millionen Euro ins Spiel gebracht hatte, hegte zwar bis zuletzt die Hoffnung auf ein rasches, einvernehmliches Ende der Schlammschlacht. Die neu angebotene Summe soll jedoch gar nicht ihren Vorstellungen entsprechen.
Gegenseite hält Angebot aufrecht
Markus Tschank, der rechtsfreundliche Vertreter der Lugner-Privatstiftung, versuchte die Wogen nach dem Vormittagstermin vorerst zu glätten und betonte nach der Verhandlung, dass die Offerte formell weiterhin Bestand habe: "Es behält seine Gültigkeit für mehrere Wochen."
Während die Anwälte der Gegenseite damit die Tür für theoretische Nachverhandlungen einen Spalt breit offenhalten wollen, zeichnet sich hinter den Kulissen ein gänzlich anderes Bild ab. Aus dem unmittelbaren Umfeld ist durchzusickern, dass Simone Lugner keinesfalls gewillt ist, diesem 4-Millionen-Kompromiss zuzustimmen. Ein zeitnaher Auszug aus der Villa gegen diese Ablöse erscheint damit vom Tisch.
Damit bedeutet der heutige Freitag vor allem eines: Der zähe Rechtsstreit durch die Instanzen wird fortgesetzt. Für Simone Lugner und die Stiftungsverantwortlichen geht die monatelange mediale wie emotionale Belastungsprobe damit unvermindert weiter. Immerhin sind mit heute alle Zeugen in den Stand getreten.