"Verleumdungskampagne"

Machtkampf zwischen FIFA und UEFA eskaliert

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Der Machtkampf zwischen der FIFA und der UEFA spitzt sich weiter zu. Nun wirft der Fußball-Weltverband FIFA dem europäischen Kontinentalverband eine "Verleumdungskampagne" vor.
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Hintergrund sind die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen den beiden Verbänden, hervorgerufen durch die - nach großem Druck zurückgezogenen - Investorenpläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino. Durch seinen mit US-Geschäftspartnern vorangetriebenen Milliarden-Deal zur WM-Vermarktung hat der Schweizer aus Sicht der UEFA eine rote Linie überschritten. Die angespannte Stimmung ist dadurch in eine offene Konfrontation gekippt.

In der vergangenen Woche hatte die UEFA ein Gesuch an die US-Justiz gestellt, Dokumente rund um den verhinderten WM-Investorendeal zu sichern. Europas Dachverband strebt ein strafrechtliches Verfahren an und will Beweise sichern lassen, die vor Schweizer Gerichten gegen Infantino vorgebracht werden können.

Nun schießt die FIFA zurück: Die von der UEFA an gleich mehrere Gerichte parallel gestellten Anträge seien nicht mehr als bloße Pressemitteilungen, "die dazu dienen, die Verleumdungskampagne der UEFA gegen die FIFA und deren Führung weiter voranzutreiben", heißt es in einem an ein Gericht ergangenen Schreiben. Der UEFA gehe es mit ihren Anträgen darum, Informationen offenzulegen, die nach den FIFA-Regularien vertraulich behandelt werden müssten.

FIFA wirft UEFA wirtschaftliche Motive vor

Die FIFA wirft der UEFA zudem vor, gegen die Investorenpläne vorzugehen, weil diese die Marktmacht des europäischen Verbands bedrohen würden. "Das wirtschaftliche Motiv der UEFA bestand darin, zu verhindern, dass kleinere Länder über die finanzielle Stärke verfügen, um mit der europäischen Elite konkurrieren zu können", heißt es in den Dokumenten. "Wird der Fußball in den Entwicklungsländern gestärkt, nimmt der globale Wettbewerb zu, was letztlich die Marktmacht der UEFA verringert und für mehr Konkurrenz für ihre wichtigsten Wettbewerbe sorgt."

In Europa kritisierten dagegen viele Infantinos Pläne als Ausverkauf des Sports. Ihm wird vorgeworfen, nicht am Wohlergehen kleiner Fußballnationen, sondern vor allem an seinem persönlichen Machterhalt und lukrativen Deals mit Geschäftspartnern interessiert zu sein. Der 56-Jährige steht zwar massiv unter Druck. Doch trotz der heftigen Kritik am gescheiterten WM-Investorendeal und seiner Amtsführung scheint Infantino, der seit 2016 an der Spitze der FIFA steht, offensichtlich nicht über einen Rückzug nachzudenken.