KI-Forderung
Macron kritisiert Lage in Gaza als beschämend
"Sollten wir dieses Schauspiel betrachten, das uns alle beschämt? Niemals", sagte er am Dienstag bei der UNO-Generaldebatte in New York. Mancher würde sich mit Blick auf den Gazastreifen eines angeblichen Friedens rühmen. "Aber dieser Frieden hat nicht eine Sekunde lang die humanitären Korridore wieder geöffnet."
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Kurz zuvor hatte sich US-Präsident Donald Trump vor der UNO-Vollversammlung erneut als Friedensstifter im Gaza-Krieg gefeiert. Seit Oktober 2025 herrscht im Gaza-Krieg zwischen Israel und islamistischen Terrororganisation Hamas eigentlich eine Waffenruhe, es gibt aber immer wieder tödliche Angriffe.
Kritik äußerte Macron auch an der Lage im Westjordanland. Täglich würden dort Verstöße verübt, dabei habe die Hamas dort nicht gewütet. Es gehe auch um die Bedingungen für Sicherheit für Israel. "Aber alle die, die vorgeben, dass die Sicherheit Israels über die Verletzung der Souveränität all seiner Nachbarn entsteht, begehen einen fatalen Fehler." Vielmehr schwächten sie die Sicherheit des Landes, auch für die Zukunft.
Macron fordert mehr KI-Unabhängigkeit von den USA und China
Macron sprach sich außerdem für mehr Unabhängigkeit von den USA und China bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) aus. Macron forderte am Dienstag in seiner Rede eine "Koalition der Unabhängigen". Länder, die sich bei der KI-Entwicklung nicht von den beiden "Großmächten" abhängig machen wollten, sollten sich zusammentun und ein eigenes KI-Modell entwickeln. Macron sprach sich dafür aus, Rechenkapazitäten und staatliche Investitionen zu bündeln, um ein modernes Open-Source-KI-Modell zu entwickeln, bei dem der Quellcode öffentlich verfügbar ist, und dieses dann gemeinsam nutzen. "Wir sollten nicht von jemand anderem abhängig sein", forderte er.
Bei der KI-Entwicklung liegen die USA und China mit großen Abstand vorn, Europa spielt bisher nur eine Nebenrolle. Trotz zunehmender Warnungen vor den Risiken von KI hatte sich Trump zuletzt immer wieder gegen eine Regulierung von KI ausgesprochen, um beim Wettlauf mit China nicht ins Hintertreffen zu geraten.
Macron ruft zu Zusammenarbeit auf und will Mut machen
Macron sprach sich bei den Vereinten Nationen zudem dafür aus, angesichts der zahlreichen Krisen und einer Rückkehr des Rechts des Stärkeren nicht klein beizugeben. Dem Geist der Niederlage dürfe man nicht nachgeben - weder mit Blick auf Kriege, noch wenn es um das Klima, Künstliche Intelligenz oder den internationalen Zusammenhalt geht. "Die Frage, die sich uns auf sehr einfache Art stellt, ist, ob wir in diesem Naturstatus mit einer Art Rückkehr des Gesetzes des Dschungels oder in einer zivilisierten internationalen Gesellschaft leben wollen." Aufgabe sei es, fest an der Seite der UNO zu stehen, um zusammen über das Gemeinwohl zu entscheiden.