Persönliche Gründe

Mit sofortiger Wirkung: Lukas Resetarits beendet Karriere

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Es ist das Ende einer Ära: Die Kabarettlegende Lukas Resetarits zieht sich nach 49 Jahren mit sofortiger Wirkung und für immer von der Bühne zurück.
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"Nach 30 Solokabarettprogrammen [...] wurden die Bühnenauftritte für Lukas Resetarits körperlich immer fordernder und der Stresslevel immer höher", teilte das Management des 79-Jährigen in einer Aussendung mit: "Lukas Resetarits hat daher beschlossen, mit sofortiger Wirkung seinen Bühnenabschied zu nehmen."

Damit endet eine der großen Kabarett- und TV-Karrieren des Landes, die am 14. Oktober 1947 in Stinatz ihren Ausgang nahm, wo der kleine Erich Lukas Resetarits in eine Familie aus der kroatischen Gemeinde im Südburgenland geboren wurde. Als diese nach Wien übersiedelte, war er erst vier Jahre alt - und sprach nach eigenen Angaben damals kaum Deutsch.

Nach einem abgebrochenen Studium der Psychologie und Philosophie an der Universität Wien arbeitete Resetarits zunächst als Bauhilfsarbeiter, Rocksänger und später acht Jahre lang als Flugzeugabfertiger am Flughafen Schwechat. Über diese Zeit gibt er in seinen Erinnerungen "Krowod" detailreich Auskunft - mit jener Menge Anekdoten aus seiner Tätigkeit als Leadsänger der Beat-Band Jerry and the G-Men oder als langhaariger "Gammler" in München und Venedig - samt Polizei- und Drogenerfahrungen.

Vom Fliegen zum Kabarett

Seine vielversprechende Karriere als Traffic-Officer, die ihn auch nach Sydney führte, wo ihn die australische Airline Qantas am liebsten dabehalten hätte, hängte er schließlich an den Nagel und schloss sich - nach ersten kabarettistischen Gehversuchen bei Auftritten der Schmetterlinge, der damaligen Band seines kürzlich verstorbenen Bruders Willi - der Kabarettgruppe Keif an. Nachdem dort mit Erich Demmer ein Namensvetter mit dabei war, wechselte er zu seinem zweiten Vornamen - und ist seither für seine Fans der Lukas, für Familie und alte Freunde weiter der Erich. "Diese beiden Identitäten konkurrieren jedoch nicht, sondern sie koexistieren", versichert er.

Sein erstes Programm als Solokabarettist, das er 1977 im Wiener Konzerthauskeller präsentierte, nannte sich "Rechts Mitte Links". Nach einem Nervenzusammenbruch bei der Generalprobe, den Lukas mit Unterstützung seines Bruders überwand, stellte sich durchschlagender Erfolg ein: "Ich wurde quasi herumgetragen in den Medien, man war wie durstig nach neuen Kabarettisten." Und so wurde Lukas Resetarits Wegbereiter für eine ganze Kleinkünstler-Generation.

Es folgten lange Zeit alljährlich neue Programme, darunter Klassiker wie "Heimspiel" oder "Niemandsland". Sein letztes Programm hieß im Vorjahr "Glück" - mit dem sich Resetarits nun also von der Bühne verabschiedete. Als "Revolutionär des österreichischen Kabaretts", der dieser Bühnenform schon in den 80er-Jahren eine "neue zeitgemäße Struktur und Relevanz" gegeben habe, wurde Resetarits 1999 mit dem Deutschen Kabarettpreis ausgezeichnet. Auch in Österreich erhielt er viele Publikums- und Würdigungspreise, etwa 2017 den Österreichischen Kabarettpreis. Das Land ehrte ihn etwa 2012 mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik.

Auch in TV und Kino erfolgreich

Neben seiner Bühnenkarriere schrieb Resetarits auch fleißig an der österreichischen Fernseh- und Filmgeschichte mit, vor allem in der Rolle des Majors Adolf Kottan in Helmut Zenkers und Peter Patzaks "Kottan ermittelt" erlangte er Kultstatus. Beliebter Darsteller war Resetarits auch in der ORF-Serie "Tohuwabohu", im Fernsehkabarett "D.O.R.F." und in Ernst Hinterbergers "Kaisermühlenblues". In den heimischen Kinos konnte man Resetarits u.a. zusammen mit Alfred Dorfer in "Freispiel" oder unter der Regie von Nikolaus Leytner in der Krimikomödie "Schwarzfahrer" sehen. In Barbara Eders TV-Landkrimi "Das Kreuz des Südens" gab er 2015 den Bürgermeister einer südburgenländischen Gemeinde. Seine Tochter Kathrin ist als Filmschauspielerin und Regisseurin erfolgreich und seit vielen Jahren bei den Programmen ihres Vaters u.a. für die Bühnenregie verantwortlich.