Es gibt im Wiener Jahreskreis Momente, da weiß man: Der Winter ist nicht mehr fern, wenn sich die Prominenz im Prater in ein herrschaftliches Zelt pfercht, um bei Kerzenschein den Gabel-Sport zu perfektionieren. Dienstagabend war es wieder so weit – der legendäre Spiegelpalast von Toni Mörwald hat seine Pforten aufgeschlagen und die Bundeshauptstadt hat sich in feinen Zwirn geworfen, als gäbe es kein Morgen (oder zumindest keine morgendliche Katerstimmung).
Promi-Andrang
Die Star-Dichte unter der Kuppel war so intensiv, dass selbst der funkelndste Luster im Zelt neidisch das Flackern anfangen musste. Zum Auftakt gab sich das Who-is-Who der heimischen Kultur-, Sport- und Society-Landschaft die Klinke in die Hand. Wer in Wien Rang und Namen hat – oder zumindest weiß, wo der rote Teppich ausgerollt wird –, saß gestern auf dem Parkett und lauerte hungrig auf den ersten Gang.
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Das Who-is-Who beim großen Gabel-Stelldichein
Aus der heimischen Film- und Theater-Ecke hatten sich unter anderem Barbara Wussow (im edlen Familienverband mit Albert Fortell und Filius Nikolaus), Andrea Händler, Reinhard Nowak und Martin Leutgeb eingefunden. Da saßen sie einträchtig nebeneinander, während man sich fragte, wer wohl nervöser ist: die Künstler vor dem Auftritt oder die Kellner mit den schweren Serviertellern.
Nicht minder prominent besetzt zeigte sich der Rest der gut gelaunten Gesellschaft: Gerhard Ernst, Markus Freistätter, Aaron Karl, Marianne Nentwich, Marcus Strahl und Adriana Zartl gaben sich die Ehre.
Auch die musikalische und artistische Fraktion ließ sich nicht zweimal bitten. Gesangsikone Marianne Mendt, Stimmgewalt Monika Ballwein, Rock’n’Roller Andy Lee Lang und Magier Nikolaus Fortelni mischten sich unters Volk. Für den gesellschaftlichen Feinschliff – quasi das geistige Salz in der Suppe – sorgten unter anderem Birgit Sarata und viele weitere. Dass es bei all dem Glamour auch sportlich und medienwirksam zur Sache ging, garantierten Tormann-Legende Michael Konsel und das allseits bekannte ORF-Duo Norbert Oberhauser und Rainer Pariasek.
Vier-Hauben-Poesie und ein schmerzfrei geschmortes Schulterscherzl
Doch bei aller Prominenz im Saal: Die eigentliche Primadonna des Abends tanzte nicht auf der Bühne, sondern lag auf dem Teller. Spitzenkoch Toni Mörwald hat für die neue Spielzeit wieder tief in die Gourmet-Trickkiste gegriffen und ein Vier-Gänge-Kunstwerk kredenzt, das selbst den härtesten Grantler mürbe macht.
- Der Einlauf: Den Auftakt machte eine feinsinnige Tarte Tatin von Paradeiser und Schalotte, charmant vermählt mit Burrata und einem Zitronen-Basilikum-Sorbet.
- Der Zwischenruf: Als fischiger Zwischenruf folgte ein confiertes Filet vom heimischen Seesaibling auf Fregola Sarda, adrett flankiert von gelber Paprika und Anchovis-Aroma.
- Der Hauptakt: Beim Hauptgang zeigte die Schlossküche bodenständige Eleganz in Reinkultur. Ein butterzart geschmorter Schulterscherzl – so weich, dass er quasi ohne Zähne auskam – schmiegte sich an weiße Bohnen, pikante Debreziner und knackiges Gemüse.
- Das Finale: Die süße Schlussakkord-Symphonie erklang schließlich in Form klassischer Powidltascherln mit Zwetschkenröster und Nougateis.
Kurzum: Der Prater beweist einmal mehr, dass man die kalte Jahreszeit am besten mit Humor, Promi-Watching und einer gehörigen Portion Mörwald-Schmankerln erträgt.