Könnte Hunde fressen

"Monster-Fisch": Dieser Fisch erobert den Gardasee

© Getty Images/iStockphoto
Sie werden immer größer, immer mehr – und bereiten den Behörden zunehmend Sorgen. Riesige Welse breiten sich rasant im Gardasee aus. Jetzt startet Italien eine groß angelegte Offensive gegen die gefräßigen Raubfische.
Zur Vollversion des Artikels

Der Gardasee zählt zu den beliebtesten Urlaubszielen der Österreicher – doch unter der Wasseroberfläche wächst ein Problem heran. Riesige Welse, die von Einheimischen bereits als "Monster vom Gardasee" bezeichnet werden, vermehren sich rasant und bedrohen das ökologische Gleichgewicht des Sees.

Wie das Schweizer Portal "20 Minuten" berichtet, stellt die Region Venetien nun 100.000 Euro bereit, um den Fang der invasiven Fische gezielt zu fördern. Ziel ist es, ihre Ausbreitung einzudämmen und die heimische Tierwelt zu schützen.

Bis zu zwei Meter lang

Von der Förderung profitieren eingetragene Fischereibetriebe. Sie können Zuschüsse von bis zu 20.000 Euro erhalten, um Netze und spezielle Ausrüstung anzuschaffen. Die Welse stammen ursprünglich aus Asien und haben sich in den vergangenen Jahren stark im Gardasee ausgebreitet. Da sie dort kaum natürliche Feinde haben, wächst ihre Population nahezu ungehindert.

Besonders große Exemplare erreichen eine Länge von mehr als zwei Metern. Die Raubfische verschlingen nicht nur andere Fische, sondern auch Wasservögel und kleine Säugetiere. Laut Berichten können selbst kleine Hunde zur Beute werden. Zusätzlich richten die Tiere Schäden an Fischernetzen an und erschweren den Berufsfischern die Arbeit.

Italien plant ungewöhnliche Lösung

© Getty Images/imageBROKER RF

Um das Problem langfristig einzudämmen, verfolgen die Behörden einen ungewöhnlichen Plan: Die gefangenen Welse sollen künftig verstärkt als Speisefisch vermarktet werden. Damit soll die Population reduziert und gleichzeitig eine neue Einnahmequelle für die Region geschaffen werden.

Gefahr für Badegäste?

Für Menschen gelten Welse grundsätzlich als ungefährlich. Nur während der Laichzeit von Mai bis Juni kann es in seltenen Fällen zu Angriffen kommen – etwa dann, wenn sich Badegäste oder Taucher einem Nest der Tiere nähern. Experten betonen jedoch, dass solche Vorfälle äußerst selten sind.

Dennoch zeigt die rasante Ausbreitung der Riesenfische, wie stark invasive Arten ein sensibles Ökosystem verändern können – und warum Italien nun mit aller Kraft gegen die "Monster vom Gardasee" vorgeht.