Was lauert unten?
Monster-Fische in Wien! XXL-Karpfen breiten sich in Donau aus
Die auffälligen Karpfen sind derzeit an mehreren Stellen der Neuen Donau zu beobachten. Fotos des Multimedia-Projekts "Wiener Wildnis" zeigen die Tiere einzeln und teilweise in größeren Schwärmen.
Bei der Bestimmung gibt es allerdings unterschiedliche Meinungen. "Wiener Wildnis" bezeichnet die Fische als Silberkarpfen, auch Tolstolob genannt. Einige Nutzer vermuten wegen der dunkleren Färbung hingegen Marmorkarpfen.
Beide Arten können beeindruckende Ausmaße erreichen: Bis zu 1,50 Meter Länge und rund 50 Kilogramm Gewicht sind möglich.
Warum haben sie das Maul so weit offen?
Das ungewöhnliche Aussehen hat einen einfachen Grund. Silber- und Marmorkarpfen sind sogenannte Filterfresser. Sie nehmen Wasser auf und filtern daraus ihre Nahrung – vor allem kleine Organismen und pflanzliches Material.
Die weit geöffneten Mäuler sind deshalb typisch für die Tiere. Ursprünglich stammen die Karpfenarten aus Ostasien. In den 1960er-Jahren wurden sie auch in anderen Regionen ausgesetzt.
In Mitteleuropa konnte sich ihr Bestand bisher nur begrenzt ausbreiten. Ein Grund dafür sind die vergleichsweise kühlen Gewässer.
Auch interessant
Wird die Wärme zum Problem?
Steigende Wassertemperaturen könnten das allerdings verändern. Häufigere Hitzeperioden und wärmere Gewässer könnten den ursprünglich aus Asien stammenden Fischen bessere Bedingungen bieten.
"Wiener Wildnis" warnt deshalb davor, dass aus dem derzeitigen Anblick eine größere Herausforderung werden könnte. Als Beispiel werden die USA genannt, wo sich die Fische in manchen Regionen stark ausgebreitet haben.
Berühmt sind sie dort auch für ein spektakuläres Verhalten: Werden sie aufgeschreckt, können die Tiere meterhoch aus dem Wasser springen. Teilweise landen sie dabei sogar in Booten.
Stadt überlegte bereits Maßnahmen
In Wien sind die XXL-Karpfen derzeit vor allem für Spaziergänger und Naturfreunde interessant. Die Stadt soll laut mehreren Medien allerdings bereits darüber nachgedacht haben, die Fische mit Netzen aus einzelnen Gewässern zu entfernen.
Angesichts ihrer weiten Verbreitung wäre eine solche Aktion allerdings nur schwer umzusetzen.
Hinzu kommt ihre enorme Fortpflanzungsfähigkeit: Ein einziges Weibchen kann pro Jahr rund fünf Millionen Eier ablegen. Für Angler sind die Riesenfische dagegen eher schwierig zu fangen, weil sie als Filterfresser nicht auf klassische Köder reagieren.
Zumindest kulinarisch gelten die XXL-Karpfen allerdings als gut verwertbar.