Gang-Boss verurteilt
Mord an Tupac: 40 Jahre Haft für Tat vor 30 Jahren
Duane "Keffe D" Davis wurde von der Richterin zu einer Haftstrafe von 40 Jahren bis lebenslänglich verurteilt. Bereits zu Beginn der Verhandlung im Gerichtsgebäude von Las Vegas herrschte spürbare Anspannung im Saal. Davis lieferte sich noch vor den Plädoyers ein hitziges Wortgefecht mit der Richterin und verdrehte dabei demonstrativ die Augen. Der Angeklagte war zuvor von den Geschworenen wegen Mordes unter Verwendung einer tödlichen Waffe mit dem Ziel, eine kriminelle Bande zu unterstützen und zu fördern, schuldig gesprochen worden.
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Mit dem Strafmaß von mindestens 40 Jahren Gefängnis folgte das Gericht der harten Linie der Staatsanwaltschaft. Die Bluttat im September 1996 auf dem Las Vegas Strip, bei der Tupac Shakur (bürgerlicher Name: Lesane Parish Crook) nach einem Boxkampf von Mike Tyson im Kugelhagel starb, galt jahrzehntelang als einer der berüchtigtsten ungelösten Fälle der US-Kriminalgeschichte.
Der damals 25-jährige Rapper gilt bis heute als prägendste Person für den Hip Hop und begeisterte mit Welt-Hits wie "Califorinia Love" oder Changes.
Bewegende Aussagen der Hinterbliebenen vor Gericht
Vor der Urteilsverkündung traten enge Familienmitglieder des ermordeten Musikers in den Zeugenstand, um die verheerenden Folgen der Tat zu schildern. Tupacs Schwester Sekyiwa Shakur zeichnete unter Tränen das Bild einer für immer gezeichneten Familie. Seit dem Mord an ihrem Bruder sei kein Mann in ihrer Familie mehr derselbe gewesen. Sie verglich Tupac mit historischen Führungsfiguren wie Malcolm X, Martin Luther King Jr. sowie John F. Kennedy und warf die Frage auf, wo die Welt heute stünde, wenn diese Ikonen ebenfalls in so jungen Jahren ermordet worden wären. Sie forderte die Höchststrafe.
Sein Stiefbruder Mopreme fasste seinen Schmerz kurz, aber eindringlich zusammen. Es sei eine unendliche Schande, dass Tupac niemals eigene Kinder haben durfte und auch das Aufwachsen seiner Nichten und Neffen nicht mehr miterleben konnte. Auch er verlangte das maximale Strafausmaß.
Staatsanwaltschaft prangert Profitgier mit der Bluttat an
Die Anklagebehörde betonte in ihren Ausführungen, dass Davis den Schmerz der Hinterbliebenen über Jahre hinweg gezielt vergrößert habe. Er habe die Ermordung des Rappers schamlos vermarktet, indem er ein eigenes Buch veröffentlichte und in zahlreichen bezahlten Medieninterviews detailliert über die Tatnacht sprach.
Verteidiger Michael Sanft wies diese Darstellung entschieden zurück und bezeichnete das Vorgehen der Staatsanwaltschaft als scheinheilig. Die Ermittler hätten seinen Mandanten in der Zeitspanne von 2018 bis 2023 jederzeit anklagen können, hätten sich jedoch jahrelang dagegen entschieden. Trotz der Verurteilung pocht Davis weiterhin auf seine Unschuld. Gegenüber der Richterin stellte er unmittelbar nach der Urteilsverkündung klar, dass er gegen die Verurteilung in Berufung gehen werde.