Neue Kroatien-Regel
Müssen Urlauber jetzt zur Bootsprüfung?
Wer im Urlaub in Kroatien ein Motorboot oder eine Yacht chartert, könnte künftig genauer unter die Lupe genommen werden. Die Regierung plant die größte Reform des Bootsführerscheins seit Jahrzehnten und reagiert damit auf mehrere schwere Unfälle auf See - zuletzt auf die tödliche Kollision in der Meerenge von Split mit vier Todesopfern. Im Mittelpunkt steht dabei das sogenannte "Patent B", der mit Abstand beliebteste Bootsführerschein des Landes.
Bisher reichte Theorie ohne eine Minute am Steuer
Bisher genügte in Kroatien eine kurze theoretische Ausbildung mit anschließender Prüfung in Bereichen wie Navigation, Wetterkunde und Motorentechnik. Viele Bootsführer erhielten ihre Lizenz, ohne jemals selbst ein Boot gelenkt zu haben. Das soll sich nun ändern.
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Künftig soll für das Patent B eine verpflichtende Praxisausbildung auf dem Wasser eingeführt werden. Wer den Führerschein erwerben möchte, muss dann auch nachweisen, dass er ein Boot tatsächlich sicher steuern kann. Zusätzlich plant das Verkehrsministerium computergestützte Prüfungen sowie verpflichtende Fahrpraxis für höhere Lizenzklassen.
Müssen österreichische Urlauber jetzt zittern?
Die wohl wichtigste Frage für viele Urlauber lautet allerdings: Gilt die neue Regelung überhaupt für Gäste aus Österreich oder aus Deutschland? Die Antwort lautet vorerst: Nein.
Die geplanten Änderungen betreffen in erster Linie kroatische Bootsführerscheine. Urlauber dürfen weiterhin mit ihren nationalen und international anerkannten Lizenzen in kroatischen Gewässern unterwegs sein. Das bedeutet: Wer bereits einen gültigen Sportbootführerschein oder eine vergleichbare Lizenz besitzt, kann auch künftig grundsätzlich auf der Adria fahren.
Kritik an der Reform
Genau darin sehen Experten allerdings ein Problem. "Wir können unsere eigenen Regeln verschärfen, aber nicht die Führerscheine anderer Länder beeinflussen", kritisierte ein Vertreter der kroatischen Seekapitäne laut lokalen Medien. Denn innerhalb Europas müssen die einzelnen Staaten die Bootsführerscheine anderer Länder grundsätzlich anerkennen - unabhängig davon, wie umfangreich die Ausbildung dort tatsächlich ausfällt.