Historische Rückkehr
Nach 70 Jahren: Erster Tiger streift wieder durch Kasachstan
Die vier Tiere – ein erwachsenes Männchen, ein Weibchen sowie zwei Jungtiere – wurden aus Russland in das Naturreservat Ile-Balkhash gebracht. Dort beginnt für die Großkatzen nun ein völlig neues Kapitel.
Damit die Experten die Tiere jederzeit im Blick behalten können, tragen alle Tiger GPS-Halsbänder. So lassen sich ihre Bewegungen und ihr Gesundheitszustand rund um die Uhr überwachen.
70 Jahre verschwunden
Früher war Zentralasien die Heimat des Kaspischen Tigers. Die beeindruckende Raubkatze verschwand jedoch Mitte des vergangenen Jahrhunderts vollständig aus der Region. Das letzte bekannte Tier wurde in den 1950er-Jahren in Usbekistan getötet. Weil der Amur-Tiger genetisch eng mit dem ausgestorbenen Kaspischen Tiger verwandt ist, gilt er als ideale Art für die Wiederbesiedelung des historischen Lebensraums.
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Jahrelange Vorbereitung
Das Projekt wurde über viele Jahre vorbereitet. Bereits vor rund zehn Jahren richtete Kasachstan das mehr als 1,2 Millionen Hektar große Schutzgebiet ein und siedelte zahlreiche Beutetiere wie Kulane, Wildschweine und Rehe an.
Im November 2025 vereinbarten Russland und Kasachstan schließlich offiziell die Auswilderung weiterer Tiere.
Projekt für Jahrzehnte
Nach Angaben der Behörden ist das Vorhaben auf 40 bis 50 Jahre angelegt. Ziel ist es, in Zentralasien wieder eine dauerhaft überlebensfähige Tigerpopulation aufzubauen.
Der Amur-Tiger zählt zu den seltensten Großkatzen der Welt. In freier Wildbahn leben in Russland Schätzungen zufolge nur noch rund 750 Tiere. Die Rückkehr nach Kasachstan gilt deshalb als wichtiger Meilenstein für den weltweiten Schutz der größten Katze der Erde.