Rund 24 Stunden nachdem sich Bayern München mit einem 3:3 bei Viking Stavanger am Polarkreis herumgeärgert hatte, erwischte es auch Borussia Dortmund im hohen Norden. Beim norwegischen Außenseiter Bodø/Glimt verlor der BVB 0:1, Fredrik Sjövold erzielte das Goldtor. Trainer Niko Kovac nahm die Verantwortung für seine Aufstellung auf sich: "Ich habe die Mannschaft aufgestellt, lief nicht so gut." Vor allem die fehlende Intensität ärgerte ihn: "Wir haben bis zum Rückstand überhaupt nicht stattgefunden." Marcel Sabitzer musste sich die Niederlage von der Bank aus ansehen, Carney Chukwuemeka kam erst spät ins Spiel.
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Norwegens Medien feierten den Coup derweil genüsslich. Die Lokalzeitung Avisa Nordland sprach vom "Glimt-Schock" und der nächsten "Europa-Großtat". Dagbladet spottete: "Dortmund verlässt das Aspmyra mit eingezogenem Schwanz." Auch Verdens Gang feierte den Heimsieg als "völlig verdient". Der Sender NRK sprach vom "nächsten Skalp" der Norweger – nur einen Tag nachdem Viking Stavanger Bayern ein 3:3 abgetrotzt hatte.
Haalands Rekord-Gala geht in City-Pleite unter
Während Dortmund strauchelte, lieferte Manchester City den nächsten Kracher – allerdings mit bitterem Ende für die Engländer. Immerhin blieb Erling Haaland ein persönlicher Erfolg: Mit seinem Doppelpack gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain schraubte der Norweger sein Konto auf 61 Champions-League-Tore. Die magische Marke von 60 Treffern hatte er in gerade einmal 60 Spielen erreicht – 20 Partien schneller als Lionel Messi. Doch Haalands Tor-Gala blieb nur ein schwacher Trost: City verlor trotz seiner beiden Treffer mit 2:4 und kassierte damit die erste Niederlage nach acht Siegen zum Saisonstart. Trainer Enzo Maresca haderte vor allem mit den vergebenen Chancen: "Angesichts der vielen Chancen, die wir in der zweiten Halbzeit herausgespielt haben, hätten wir mehr verdient gehabt."
Vinicus tobt nach Mega-Sperre
Noch dramatischer wurde es in Rom: Real lag gegen die AS Roma zwischenzeitlich 1:3 zurück, drehte die Partie dank drei später Tore innerhalb von nur sieben Minuten aber noch zum 4:3. Endrick, Espi und Rüdiger sorgten für die Wende. Real-Trainer José Mourinho freute sich über den zweiten Sieg im zweiten Spiel: "Sechs Punkte sind die Hälfte des Weges zur Qualifikation."
Für Gesprächsstoff sorgte aber vor allem einmal mehr Vinícius Júnior. Der Brasilianer erfuhr erst bei der Ankunft im Stadion von seiner Vier-Spiele-Sperre in der spanischen Liga. "Sie haben den ganzen Tag Zeit dafür gehabt, und ich habe davon bei der Ankunft im Stadion gehört", ärgerte er sich. Zur Erinnerung: Die Strafe geht auf den Vorfall im Ligaspiel gegen Villarreal (1:0) zurück, bei dem Vinícius seinem Gegenspieler an den Haaren gezogen hatte. Dadurch verpasst er unter anderem den Clásico gegen Barcelona am 25. Oktober.
Auch Italiens Klubs erlebten einen historischen Tiefpunkt: Inter, Roma, Como und Napoli verloren allesamt. Noch nie zuvor waren alle vier italienischen Vertreter an einem Champions-League-Spieltag leer ausgegangen.