Was eint die neuen Wirtschaftskammer-Chefinnen Margarete Kriz-Zwittkovits und Martha Schultz mit der früheren SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner, der britischen Premierministerin Teresa May und mit Japans Sanae Takaichi? Nun, alle vier haben von ihren jeweiligen männlichen Vorgängern ein regelrechtes Chaos übernommen. Und in allen Fällen fand sich kein Mann, der Manns genug ist, den politischen Misthaufen am Ende aufzukehren.
Denn genau darum handelt es sich: Männerseilschaften à la Ruck, ein Macho-Weltbild, das auf Frauen abschätzig herabblickt inklusive - und eine schier unendliche Gier nach Macht, Geld und sonstige Statussymbolen, Stichwort: Weinkeller, Zigarren - und gern auch mal ne Stelze. Und wenn der Laden zu sehr stinkt - siehe oben: Die Frauen dürfen's richten, genau.
Muss das sein? Nun, es ist ja keine Gesetzmäßigkeit, dass Frauen den Versuchungen der Macht nicht ebenfalls erliegen können - die Erfahrung zeigt aber, dass Gesellschaften mit einem höheren Maß an Gleichberechtigung und damit einem höheren Frauenanteil offener und damit weniger korruptionsanfällig sind. Man sollte nur mal nach Skandinavien schauen. Die schlechte Nachricht ist: Die Männer verteidigen ihre Machtbastionen in der Regel mit Zähnen und Klauen - Frauen haben es da schwer, wie auch die Salzburger Landeshauptfrau Karoline Edtstadler zugibt.
Trotzdem sollten auch die Männer - besonders die älteren - endlich umdenken. Zuerst im Hinterzimmer mauscheln und wenn es ernst ist, dröhnend schweigen und sich vom Acker machen, wie es Walter Ruck über Harald Maher bis zu David Cameron zelebrierten, ist wirklich kein Zukunftsmodell.