Streit im Pop-Biz
Nach Sheeran-Eklat: Macklemore startet "Free Palestine Tour"
Der Streit geht weiter: Unter dem Titel "Free Palestine Tour" will der 43-Jährige Kult-Rapper Macklemore in London, Paris und Dublin Ende Oktober auftreten. Weitere Konzerte in den USA seien geplant, wie auf Instagram mitgeteilt wurde. Die Einnahmen sollen propalästinensischen Organisationen zugutekommen. Der Rapper war Anfang September von Sheerans Tournee ausgeschlossen worden, nachdem er bei zwei Konzerten in der Nähe von New York "Free Palestine" gerufen und erklärt hatte, die Palästinenser seien "nicht vergessen". Sheeran zufolge war der Ausschluss eine Entscheidung des Veranstalters.
Vorwürfe gegen Rapper Macklemore
Der Musiker stellte den Streit über seinen Ausschluss als grundsätzliche Auseinandersetzung über die Grenzen politischer Äußerungen von Künstlern dar. Allerdings geht der Streit über seine propalästinensischen Äußerungen hinaus: Er steht seit Jahren unter Antisemitismusverdacht. Die Schärfe der Debatte hängt auch mit einem mehr als zwölf Jahre zurückliegenden Vorfall zusammen. Im Jahr 2014 trat der Rapper bei einer Veranstaltung in seiner Heimatstadt Seattle mit einer schwarzen Perücke, einem Bart und einer auffällig großen, künstlichen Nase auf. Damals sprach er von einer "willkürlichen Verkleidung", jedoch war der Bezug auf antijüdische Klischees zu deutlich. Später entschuldigte er sich eher halbherzig auf seiner Website.
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Einstellung von Ed Sheeran
Sheeran gilt eigentlich als Musiker, der sich öffentlich nur selten zu politischen Themen äußert. Mitte September erklärte er mit Blick auf den Krieg im Gazastreifen: "Nur weil ich mich entscheide, öffentlich nicht Stellung zu beziehen, heißt das nicht, dass es mir egal ist." Die Besucher seiner Konzerte erwarteten jedoch "kein politisches Forum". In dem Streit prallen somit zwei unterschiedliche Vorstellungen darüber aufeinander, welche Rolle Popmusiker in politischen Konflikten einnehmen sollten. Während eine Seite die Bühne ausdrücklich als Plattform für politische Botschaften nutzt, versucht die andere Seite, ihre Konzerte davon abzugrenzen – und geriet dadurch selbst in die politische Auseinandersetzung.