Der erste Riesentorlauf war nach wenigen Toren vorbei. Doch Marco Schwarz (31) hatte nach seinem Sölden-Aus noch eine andere Botschaft: Der Kärntner sieht sich im Riesentorlauf längst nicht dort, wo er hinwill. "Ich weiß, wo ich im Training stehe und dass ich noch einiges zu tun habe", räumte der ÖSV-Star ein. Nach seinem riskanten Fahrfehler bleibt ihm nun mehr als ein Monat, um an seiner Form zu arbeiten.
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Schwarz wollte zu viel
Dabei hatte sich Schwarz für den Saisonauftakt einiges vorgenommen. Im Vorjahr war er auf dem Rettenbachgletscher noch Zweiter geworden, nur 24 Hundertstel hinter Marco Odermatt. Diesmal war nach wenigen Schwüngen Schluss.
Der Kärntner wollte auf der relativ geraden Kurssetzung im oberen Streckenteil besonders direkt fahren. Das ging gründlich daneben. Er geriet zu stark in Innenlage, rutschte über den Skischuh weg und räumte ein Tor ab.
"Ich wollte die freche Linie probieren. Ich glaube, es war ein bisschen zu frech", gestand Schwarz anschließend.
Den Ausfall nahm er dennoch erstaunlich gelassen. "Es ist natürlich bitter, aber ich werde es nicht überbewerten."
Ein Monat, um die Form zu finden
Schwarz hat für diesen Winter eine weitreichende Entscheidung getroffen. Der frühere Slalom-Kugelgewinner verzichtet auf seine einstige Paradedisziplin und setzt auf Riesentorlauf, Super-G und Abfahrt.
Gerade im Riesentorlauf sieht er noch Nachholbedarf. Der missglückte Auftakt lieferte allerdings kaum Anhaltspunkte über seine tatsächliche Form. Weil Schwarz schon im oberen Streckenteil ausschied, fehlte ihm ein aussagekräftiger Zeitvergleich mit der Konkurrenz.
Bis zum nächsten Riesentorlauf bleibt ihm nun mehr als ein Monat. "Ich habe jetzt über einen Monat Zeit, dass ich da weiterarbeiten kann. Die ganze Saison steht noch vor mir", sagte der zweifache WM-Bronzemedaillengewinner.
Wind ließ Schwarz nicht als Ausrede gelten
Auch die schwierigen Bedingungen auf dem Rettenbachgletscher wollte Schwarz nicht für seinen Fehler verantwortlich machen. Wegen kräftiger Windböen hatte die Rennleitung den Start nach unten verlegen müssen.
Der Kärntner bezeichnete die Bedingungen dennoch als "relativ fair". Trotz des Windes sprach er sich ausdrücklich für die Durchführung des Rennens aus: "Ich will, dass sie das Rennen durchbringen, für die Zuschauer und für alle Beteiligten."