Sabotage-Fahndung

Nach Strom-Anschlag: Jetzt jagt die Polizei den Saboteur

© EPA
Nach mehreren mutmaßlichen Sabotageakten an Umspannwerken fahnden die Behörden bundesweit nach Daniel V. In einem Bekennerschreiben behauptet der Mann, für mehrere Kurzschlüsse verantwortlich zu sein.
Zur Vollversion des Artikels

Der Verfasser des mehrseitigen Schreibens unterzeichnete dieses mit seinem vollständigen Namen. Nach bisherigen Informationen soll es sich um Daniel V., Jahrgang 1977, handeln.

In dem Schreiben behauptet er, Kurzschlüsse im Stromnetz rund um die Kraftwerke Jänschwalde, Boxberg und Schwarze Pumpe verursacht zu haben. Auch für Sabotageakte bei Gohr, Reidt, Dormagen und Weisweiler übernimmt er darin die Verantwortung.

Als Motiv nennt der Verfasser seine Ablehnung der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen. Politik und Medien würden das damit verbundene Leid aus seiner Sicht nicht ernst genug nehmen.

Polizei sucht auffälligen Truck

Die Ermittler fahnden offenbar nicht nur nach dem Mann, sondern auch nach einem auffälligen Fahrzeug.

Daniel V. könnte mit einem Truck unterwegs sein, der einen hohen, kastenförmigen Aufbau und mehrere schmale Seitenfenster besitzt. Besonders auffällig ist die zweifarbige Lackierung: oben gelb, unten rot.

Neue Sabotage-Vorfälle

Innerhalb weniger Tage wurden an mehreren Standorten verdächtige Vorrichtungen entdeckt. Zuletzt rückte die Polizei zu einem Umspannwerk in Dormagen in Nordrhein-Westfalen aus.

© EPA

Die Ermittler vermuten einen Zusammenhang mit den früheren Fällen. Die dort gefundenen Konstruktionen sollen Ähnlichkeiten mit Vorrichtungen aufweisen, die bereits an anderen Tatorten entdeckt wurden.

Mediziner unter Verdacht

Laut einem Bericht der "taz" soll Daniel V. Mediziner sein. Ob er derzeit als Arzt arbeitet oder früher in diesem Beruf tätig war, ist bislang unklar.

In seinem Schreiben beschreibt der mutmaßliche Autor außerdem detailliert den Aufbau selbst konstruierter Vorrichtungen, mit denen die Sabotageakte ausgeführt worden sein sollen.

Polizei warnt vor vorschnellen Schlüssen

Trotz der bundesweiten Fahndung ist bislang nicht geklärt, ob Daniel V. tatsächlich hinter den Taten steckt.

Ein Polizeisprecher mahnt deshalb zur Zurückhaltung: "Ob es sich bei ihm tatsächlich um einen Tatverdächtigen handelt oder um einen Trittbrettfahrer, muss erst geprüft werden."

Die Fahndung nach dem Mann und seinem auffälligen Truck läuft weiter.