Am Scharnier

Nach wenigen Stunden kaputt: Erste Falt-iPhones brechen

© EPA
Kaum ist Apples erstes faltbares Smartphone im Handel, schlagen erste Käufer im Netz Alarm wegen gebrochener Bildschirme. Bei mehreren Nutzern gab das Display des neuen iPhone Duo bereits nach wenigen Faltvorgängen den Geist auf.
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Das mit enormer Spannung erwartete iPhone Duo ist seit vergangenem Freitag offiziell erhältlich. Doch für manche Frühkäufer währte die Freude über das rund 2.320 Euro teure Luxus-Handy nur wenige Stunden. Auf der Diskussionsplattform Reddit schilderte ein betroffener Nutzer aus dem australischen Melbourne seinen Fall: Als er das Gerät nach nur sechs Stunden einem Freund vorführen wollte, spürte er beim Scharnier plötzlich einen massiven mechanischen Widerstand. Unmittelbar danach knackte es vernehmlich – und das flexible Display war exakt entlang der mittleren Faltlinie gebrochen.

Nach eigenen Angaben hatte der Mann das Smartphone vor dem Defekt höchstens 20 Mal geöffnet. Es habe weder einen Sturz noch Kratzer oder eingeklemmte Fremdkörper gegeben. Die Moderatoren des Forums überprüften die Angaben anhand vorgelegter Kaufbelege sowie Fotos und bestätigten den Vorfall. Der örtliche Apple Store reagierte anstandslos und tauschte das defekte Smartphone unverzüglich um.

Berichte über Brüche in den USA und China

Der Vorfall in Australien ist kein Einzelfall, wie weltweite Berichte in den sozialen Medien zeigen:

  • Bruch bei der Ersteinrichtung: Ein Käufer aus Dallas im US-Bundesstaat Texas meldete einen Display-Bruch bereits nach etwa vier Faltvorgängen während der Installation.
  • Totalschaden nach sieben Stunden: Ein weiterer US-Kunde berichtete ebenfalls von einem Riss nach nur wenigen Stunden regulärer Nutzung.
  • Bilder von Demogeräten: Aus China, wo der Verkauf einige Stunden früher anlief, kursieren im Internet Aufnahmen beschädigter Vorführgeräte aus den Stores.
  • Typisches Schadensbild: Bei den betroffenen Handys ziehen sich die Risse durchwegs entlang der Faltkante, oft begleitet von einer auffälligen Linie grell leuchtender Pixel.

Im Netz kursiert unter Technik-Fans bereits das Schlagwort "Crackgate". Allerdings ist bisher nur eine kleine Handvoll Fälle belegt, und über den vorigen Umgang mit den chinesischen Ausstellungsstücken liegen keine verlässlichen Informationen vor.

Weiche Stelle und Debatte um die Display-Technik

Bereits im Vorfeld des Verkaufsstarts hatte ein Video auf der chinesischen Plattform Weibo für Diskussionen gesorgt. Der bekannte Tech-Blogger unter dem Namen Kang demonstrierte darin, dass sich der Bildschirm direkt über dem Scharnier auffällig weich eindrücken lässt. Ob dieser Umstand direkt mit den aktuellen Rissen zusammenhängt, ist derzeit noch Gegenstand von Spekulationen.

Technisch unterscheidet sich Apple deutlich vom Konkurrenten Samsung: Während die Südkoreaner auf extrem dünnes Spezialglas setzen, verbaut Apple beim Innendisplay eine weichere, austauschbare Deckschicht. Die gemeldeten Brüche scheinen jedoch tiefer als bloß in diese Schutzschicht zu gehen. Nutzer rätseln daher über eingeklemmte Display-Schichten oder Fertigungsfehler im Scharnier. Zuvor hatten Tester das Gerät extremen Belastungen ausgesetzt: US-Journalistin Joanna Stern, der YouTuber Tim Pan sowie Digital-Redakteur Tobias Bolzern im Schweizer "Blick"-Test falteten das Duo tausendfach ohne Risse.

Teure Reparaturkosten bei Eigenverschulden

Der US-Konzern hat auf eine schriftliche Anfrage des Fachportals "The Verge" bislang nicht offiziell reagiert. Tritt ein solcher Schaden bei normaler Benutzung auf, greift die gesetzliche Garantie. Streit droht den Kunden erst dann, wenn der Hersteller eine äußere Beschädigung oder Fehlbedienung unterstellt.

Ohne Zusatzversicherung veranschlagt Apple für den Tausch des inneren Bildschirms stolze 1.149 Euro. Kunden mit dem hauseigenen Schutzpaket AppleCare+ müssen immerhin noch 55 Euro Selbstbehalt berappen. Da Apple die ersten Geräte bislang ohne Diskussionen ersetzte, hoffen betroffene Käufer auf eine weiterhin kulante Haltung.