Pinker Streit
Neos-Beben nach Dengler-Rauswurf
Das Budget hat die ÖVP-SPÖ-NEOS-Koalition durch das Parlament gebracht – am selben Tag ging die pinke Bombe hoch. NEOS-Mitgründer Veit Dengler hat nach seinem Ausschluss aus dem pinken Parlamentsklub und der Partei die "autoritäre" Führung der NEOS beklagt.
Diese gehe von Parteichefin Beate Meinl-Reisinger aus, erklärte Dengler und sagte: "Diese Partei hat leider unter Beate Meinl-Reisinger ihre Diskussionskultur verloren. Es ist keine Diskussion erwünscht, keine Kritik erwünscht."
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Offiziell wurde Dengler ausgeschlossen, weil er eine Tonaufnahme während einer vertraulichen Klubsitzung machte. "Ein Vertrauensbruch", wetterte Klubchef Yannick Shetty. "Kein einziger der rund 20 Teilnehmer wusste, dass jedes Wort dieser vertraulichen Sitzung heimlich mitgeschnitten wurde."
"Gründer und kritische Geister sind draußen"
Laut Shetty war es nicht der erste Verstoß Denglers. Der sagt, er habe die Aufnahme sofort gelöscht, als er danach gefragt wurde. Dengler dreht den Spieß um und wirft der Parteichefin Meinl-Reisinger im Mittagsjournal vor, sie sammle ganz junge Berufspolitiker um sich wie Yannick Shetty, Sophie Wotschke, Douglas Hoyos.
Es sei "bezeichnend", dass Ex-Parteichef Matthias Strolz, der zweite Parteigründer neben ihm, nicht mehr Parteimitglied ist. Auch das Ausscheiden von Stephanie Krisper und Gerald Loacker sei ein Fanal. "Ich glaube, das ist schon ein Zeichen, dass sehr gute, erfahrene Menschen in dieser Partei wenig Platz finden", klagt Dengler.
Er will weiter im Parlament bleiben und freut sich: "Ich habe jetzt mehr Redezeit." Bisher gar nicht zur Causa gesprochen hat Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger. Sie war bis Sonntagabend auf Tauchstation und ließ Klubchef Shetty kontern.
"Die beiden Gründer und viele kritische Geister sind jetzt nicht mehr bei den NEOS", zieht Dengler eine erste Bilanz. Ob er gegen den Partei- und Klub-Ausschluss vorgehen wird, will er sich erst überlegen.