Handel unter Druck

Neue Paketsteuer: Jetzt leiden auch Österreichs Geschäfte

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Die seit 1. Oktober geltende Paketsteuer sollte große Online-Händler treffen. Doch laut Handelsverband bestellen Kunden nun zunehmend gesammelt im Internet. Das könnte ausgerechnet heimischen Geschäften schaden.
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Die neue Paketsteuer sorgt für immer mehr Kritik. Statt nur große Online-Konzerne zu belasten, könnte sie auch den stationären Handel unter Druck setzen. Laut Handelsverband bündeln Kunden ihre Bestellungen zunehmend, um die zusätzlichen Kosten möglichst gering zu halten.

Kunden bestellen jetzt lieber gesammelt

Wie Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will der APA berichtet, zeigen Rückmeldungen aus dem Handel eine Veränderung des Einkaufsverhaltens. Weil pro Paket oder Bestellung zusätzliche Kosten anfallen, legen Kunden ihre Einkäufe offenbar häufiger zusammen.

Das könnte für Geschäfte vor Ort zum Problem werden. Wer mehrere Produkte auf einmal online bestellt, kauft möglicherweise seltener zwischendurch beim Händler ums Eck. Damit könnte die Abgabe, die große Online-Anbieter treffen sollte, ausgerechnet den heimischen Handel zusätzlich belasten.

2,40 Euro pro Paket

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Die Regelung gilt für Versandhändler mit mehr als 100 Millionen Euro Umsatz in Österreich. Die Abgabe beträgt zwei Euro pro Paket oder Bestellung. Inklusive Umsatzsteuer entspricht das 2,40 Euro.

Betroffen sind zahlreiche bekannte Anbieter, darunter Amazon, Temu, Zalando, Shein, Apple, Ikea, MediaMarkt, XXXLutz und AliExpress. Allerdings geben nicht alle Unternehmen die Kosten auf dieselbe Weise weiter: Amazon verrechnet die Abgabe an seine Kunden, während Ikea und XXXLutz die zusätzlichen Kosten derzeit selbst übernehmen.

Auch rund 4.000 österreichische Händler, die ihre Waren über Plattformen wie Amazon oder eBay verkaufen, sind laut Handelsverband betroffen.

Steuer fällt auch bei Retouren an

Besonders ärgerlich für Händler: Wird eine Bestellung zugestellt und anschließend retourniert, bleibt die Steuerpflicht grundsätzlich bestehen. Die Abgabe kann also auch dann Kosten verursachen, wenn die bestellte Ware letztlich wieder zurückgeschickt wird.

Das Finanzministerium erwartet durch die Paketsteuer Einnahmen von rund 280 Millionen Euro. Mit dem Geld soll die seit 1. Juli geltende Mehrwertsteuersenkung auf ausgewählte Grundnahrungsmittel teilweise finanziert werden.

Streit um die Abgabe eskaliert

Politisch bleibt die Paketsteuer umstritten. ÖVP und NEOS wollen sie wieder abschaffen, die SPÖ hält hingegen an der Regelung fest. Auch Handelsverband und Wirtschaftskammer sprechen sich gegen die nationale Abgabe aus.

Sie verweisen darauf, dass auf EU-Ebene bereits weitere Abgaben für Waren aus Drittstaaten vorgesehen sind. Geplant sind ein Pauschalzoll von drei Euro sowie eine Bearbeitungsgebühr von zwei Euro pro Artikel.

Der Handelsverband hat deshalb eine Binnenmarktbeschwerde bei der Europäischen Kommission eingebracht. Auch der Online-Modehändler Zalando geht gegen die Regelung vor und zog bereits im August vor den Verfassungsgerichtshof.