Sondereinsatz-Waffe

Neuer Polizei-Lamborghini mit 920 PS

© Lamborghini Media Center
Die italienische Staatspolizei rüstet ihren Fuhrpark mit einem spektakulären neuen Dienstfahrzeug auf. Der frisch präsentierte Lamborghini Temerario mit stolzen 920 PS Systemleistung wird ab sofort für lebensrettende Spezialeinsätze auf den Straßen Italiens sorgen.
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Wenn am Hauptsitz von Lamborghini in Sant’Agata Bolognese die italienische Staatsflagge gehisst wird und hochrangiger Besuch aus Rom eintrifft, dann steht ein ganz besonderes Ereignis an. Kürzlich war es wieder so weit: Der italienische Innenminister höchstpersönlich stattete dem traditionsreichen Sportwagenhersteller einen Besuch ab, um das neueste Dienstfahrzeug für die Staatspolizei (Polizia di Stato) offiziell in Empfang zu nehmen. Diesmal fiel die Wahl auf das neueste Prunkstück der Marke: den Lamborghini Temerario. Der hochmoderne Supersportwagen, der erst kürzlich seine Weltpremiere feierte, wird ab sofort die Flotte der Exekutive verstärken und für Sondereinsätze im ganzen Land zur Verfügung stehen.

Angetrieben wird die hellblau-weiße Bestie von einem hochentwickelten Hybrid-System. Das Herzstück bildet ein 4,0-Liter-V8-Twin-Turbo-Motor, der von drei hocheffizienten Elektromotoren tatkräftig unterstützt wird. Zusammen mobilisiert dieses Triebwerk eine schier unglaubliche Systemleistung von 920 PS. Diese enorme Power sorgt dafür, dass das Fahrzeug in der Lage ist, extreme Distanzen auf den italienischen Autobahnen in absoluter Rekordzeit zurückzulegen.

Lebensretter statt PS-Raser auf der Autostrada

Doch anders als viele Auto-Enthusiasten und Schaulustige vermuten, wird der Temerario im Polizeidienst nicht für klassische Streifenfahrten oder gar wilde Verfolgungsjagden mit Temposündern auf der Autostrada eingesetzt. Das Einsatzgebiet des Supersportlers ist weitaus edler und wichtiger: Das Fahrzeug dient primär dem schnellstmöglichen Transport von menschlichen Organen, lebensnotwendigen Blutkonserven und dringend benötigtem medizinischen Material. Wenn in einem Spital in Rom ein Spenderorgan bereitsteht, das dringend in Mailand benötigt wird, entscheidet oft jede einzelne Sekunde über Leben und Tod.

Für diesen extremen Einsatzzweck wurde das Fahrzeug im Werk speziell modifiziert. Im vorderen Kofferraum des Mittelmotor-Sportwagens haben die Ingenieure eine maßgeschneiderte High-Tech-Kühlanlage verbaut. Diese sorgt dafür, dass die hochempfindliche medizinische Fracht während der rasanten Fahrt konstant auf der exakt vorgeschriebenen Temperatur gehalten wird und absolut sicher an ihrem Bestimmungsort ankommt.

Über 20 Jahre enge Partnerschaft mit Blaulicht

Die Kooperation zwischen der italienischen Exekutive und der Sportwagenschmiede aus Sant’Agata Bolognese ist keineswegs eine kurzfristige Marketing-Aktion, sondern blickt auf eine stolze, über 20-jährige Tradition zurück. Alles begann im Jahr 2004, als der erste Lamborghini Gallardo in den Dienst der Staatspolizei gestellt wurde.

Die beeindruckende Erfolgsbilanz dieser außergewöhnlichen Partnerschaft im Überblick:

  • Die Modell-Historie: Nach dem ersten Gallardo folgten im Laufe der Jahre weitere verbesserte Gallardo-Modelle, der extrem erfolgreiche Huracán und seit 2023 auch ein Urus Performante für schwereres Gelände.
  • Lebensrettende Einsätze: Die Polizei-Lamborghinis waren bis heute an mehr als 200 hochsensiblen Organtransport-Missionen direkt beteiligt.
  • Prävention und Bürgernähe: Neben den Rettungsfahrten absolvierten die Fahrzeuge über 1.500 Einsätze bei Veranstaltungen zur Verkehrssicherheit, wo sie als Publikumsmagnet dienen.

Verzicht auf eine gepanzerte Frontscheibe

Viele Einsatzfahrzeuge der italienischen Polizei sind für den harten Alltag auf den Straßen mit einer gepanzerten Frontscheibe ausgerüstet. Diese schützt die Beamten nicht nur vor gezielten Angriffen, sondern bewahrt die Insassen bei extrem hohen Geschwindigkeiten auch vor gefährlichem Steinschlag oder herumfliegenden Teilen auf der Autobahn. Es lag daher die Vermutung nahe, dass auch der neue Temerario eine solche Panzerglasscheibe erhalten würde.

Auf Anfrage des renommierten Fachmagazins auto motor und sport stellte eine Sprecherin von Lamborghini diese Annahme jedoch richtig. Für den speziellen Einsatzzweck dieses medizinischen Transportfahrzeugs sei eine solche schwere Panzerung schlichtweg nicht notwendig. Das zusätzliche Gewicht würde zudem die Fahrdynamik des Sportwagens negativ beeinflussen. Zu weiteren technischen Modifikationen des Polizei-Sondermodells hüllte sich der Hersteller vorerst noch in Schweigen.