Gesundheitsvorsorge

Neues Bestrahlungsgerät am UK St. Pölten stärkt Blutversorgung

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Am Uniklinikum St. Pölten geht ein neues Bestrahlungsgerät in Betrieb – und macht die Blutbank ein Stück weit unabhängig vom Roten Kreuz. Rund 1.200 bestrahlte Erythrozytenkonzentrate pro Jahr sollen künftig direkt vor Ort produziert werden, statt extern zugekauft zu werden.
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Der Grund für die Bestrahlung: Immungeschwächte Patientinnen und Patienten – etwa Menschen mit Krebserkrankungen, Frühgeborene oder Menschen nach bestimmten Operationen – brauchen speziell behandelte Blutprodukte. Dabei werden teilungsfähige Lymphozyten gezielt an der Vermehrung gehindert, um eine seltene, aber gefährliche Immunreaktion zu verhindern.

Pflegedirektorin UK St. Pölten FH-Hon. Prof. PhDr. Michaela Gansch, MSc, Ärztliche Direktorin UK St. Pölten Priv.-Doz.Dr. Karin Pieber, OA Dr. Wolfgang Kram, Landesrat Anton Kasser, Kaufmännischer Direktor UK St. Pölten Ing. Christian Müllner, MBA MSc © NÖLGA

Bisher kamen die bestrahlten Blutkonserven vom Österreichischen Roten Kreuz. Mit der Eigenproduktion fallen externe Beschaffung und Transportwege weg – die Blutprodukte stehen dadurch schneller zur Verfügung, was vor allem bei akutem Bedarf entscheidend sein kann. Zusätzlich winken der NÖ Landesgesundheitsagentur handfeste wirtschaftliche Vorteile, weil Ankauf und Transport künftig entfallen.

Kasser: "Stärkung der Versorgungssicherheit"

„Mit dem neuen Bestrahlungsgerät setzen wir am Universitätsklinikum St. Pölten auf modernste Technologie und stärken gleichzeitig die Versorgungssicherheit für unsere Patientinnen und Patienten", so der für die Kliniken zuständige Landesrat Anton Kasser (ÖVP).

Die Blutbanken in St. Pölten und im Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf zählen ohnehin zu den modernsten Transfusionszentren des Landes – mit dem neuen, rundum abgeschirmten Röntgengerät kommt nun ein weiteres High-Tech-Puzzleteil dazu.

Nicht betroffen von der Neuerung sind übrigens die Thrombozytenkonzentrate: Die werden meist per Pathogenreduktion behandelt, ein Verfahren, das Krankheitserreger reduziert und Lymphozyten ebenfalls teilungsunfähig macht – eine zusätzliche Bestrahlung ist hier in der Regel nicht nötig.