Gefährlich
Neues KI-Feature sorgte fast für Google-Earth-Aus
Am Donnerstag kündigte Bryan Horowitz, Produktmanager für Google Earth, im Google-Blog an, dass die beliebte Karten-App eine neue Funktion erhalten wird. Er erklärte: "Zum ersten Mal können Sie mit dem Satelliten-, Luft- und 3D-Bildmaterial von Google Earth zusammen mit Nano Banana individuelle Bilder erstellen, die Konzepte erzeugen, die in der realen Welt verankert sind."
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Mit dem neuen Feature konnten Nutzer Satellitenbilder direkt in Google Earth mit KI-Bildgenerator wie Nano Banana verändern, so "Futurezone". Der Tech-Riese wollte eigentlich, dass Schulen etwa die Möglichkeit haben, "hyperrealistische Ansichten" historischer Stätten wie Pompeji zu erstellen und die Immobilienindustrie mit Google Earth ein neues Planungstool zur Verfügung haben.
Google Earth beliebt in der OSINT-Community
Eine Gruppe war von dieser Ankündigung geschockt. Die OSINT-Community (Open Source Intelligence) braucht die unverfälschten Satellitenbilder. Dabei verfolgen Sicherheitsforscher und Journalisten Veränderungen in Regionen, aus denen eingeschränkte Informationen erhältlich sind, wie etwa die Ukraine.
Bellingcat-Gründer Eliot Higgins schrieb auf Bluesky: "Google Earth, das häufig zur Verifizierung von Fotos und Videos anhand von Satellitenbildern genutzt wird, bietet jetzt eine Funktion, mit der sich Satellitenbilder per KI verändern lassen – warum auch immer."
"Ich habe ein Atomkraftwerk im Iran platziert"
Der OSINT-Experte Henk van Ess berichtete am 30. Juli in einem Blogbeitrag: "Heute Abend habe ich nur einen Satz in Google Earth eingegeben und Flüchtlinge in die Nähe der mexikanischen Grenze gebracht. Dann habe ich ein Atomkraftwerk im Iran platziert." Dabei schilderte er sein Bedenken bezüglich der neuen Funktion. Experten warnen, dass damit eine Menge von täuschend echter, aber gefälschter Satellitenbilder erstellt werden könnten.
Google reagierte schnell auf die Kritik aus der OSINT- und Forschungsgemeinschaft. Sie machten einen Rückzieher. Zuvor hat das Unternehmen hingewiesen, dass die KI-genierte Bilder Wasserzeichen erhalten würden. Sie versprachen zusätzlich, dass die KI-Funktion keine "schädliche Inhalte" in Google Earth produzieren wird. Am Freitag kündigte Google schließlich an, die neue KI-Funktion vorerst zu deaktivieren.
Bearbeitete Satellitenbilder auch ohne KI möglich
Weiterhin können Nutzer Satellitenbilder in andere KI-Tools oder Photoshop reinkopieren und verfälschen. Jedoch galt bisher in der OSINT-Community Google Earth als eine zuverlässige Quelle mit echten Satellitenbildern. Die Sorge besteht nun, dass die Grenze zwischen "harten" Geodaten und KI-Fiktion verschwimmen, wodurch der Missbrauch vereinfacht wird.
Schon zuvor könnten Satellitenbilder gefälscht worden sein. Die OSINT-Community arbeitet deshalb neben aktuellen Bildern auch mit historischen Aufnahmen, Satellitenbildern von verschiedenen Anbietern und Metadaten. Die eigentliche Gefahr besteht darin, dass gefälschte Bilder auf Social Media verbreitet werden.