Sommer-Baustellen

"Nichts geht mehr": Grüne wüten wegen Öffi-Sperren

© Alexandra Gritsevskaja/Wiener Li
In Wien fallen in den kommenden Monaten zahlreiche Bauarbeiten und Sperren im Öffi-Netz zusammen. Die Grünen kritisieren die  extreme Häufung und mangelnde Planung.
Zur Vollversion des Artikels

Wer dieser Tage in Wien mit Bim, Bus oder U-Bahn unterwegs ist, braucht Nerven wie Drahtseile. Überall wird gebaut, auf etlichen wichtigen Linien herrscht Stillstand. "Und das ausgerechnet in dem Jahr, in dem alle Wienerinnen und Wiener 100 Euro mehr für die Jahreskarte berappen müssen“, kritisiert Grünen-Chef Peter Kraus.

Die Liste ist lang: Die Linien 40, 41 und 42 werden wegen Gleisarbeiten über den Sommer komplett eingestellt, mehrere Ringlinien wie 1, 71 oder D werden – ebenfalls wegen Gleisarbeiten – kurzgeführt oder umgeleitet, bis Ende August gibt es keinen Betrieb der U3 zwischen Hütteldorfer Straße und Westbahnhof, ebenso auf der U4 zwischen Schwedenplatz und Landstraße und auf der S-Bahn-Stammstrecke zwischen Floridsdorf und Praterstern.

Im Herbst kommt dann die Sperre der Schnellbahn-Stammstrecke dazu und im kommenden Jahr die Sperre der Straßenbahnlinie 60, eine der wichtigsten Verbindungen in den Süden Wiens. "Die Sperre der Stammstrecke alleine bedeutet für ganz Wien einen Stresstest, weil sich eine Viertelmillion Menschen dann im restlichen Öffi-Netz aufteilen muss“, sagt Mobilitätssprecherin Heidi Sequenz (Grüne).

Grüne fordern freie Fahrt für Bus und Bim

Sperrensommer auf der Stammstrecke. © Lukas Leonte

Die Grünen üben heftige Kritik am Baustellenmanagement der Stadt. "Es sind so viele Linien derzeit eingestellt, unterbrochen oder umgeleitet, dass sich die meisten Wienerinnen und Wiener nicht mehr auskennen. Das ist ein reines Fahrgast-Vertreibungsprogramm“, so Kraus und Sequenz. Die Grünen fordern im Vorfeld der Sperre der S-Bahn-Stammstrecke ab Herbst vor allem Taktverdichtungen sowie freie Fahrt für Bim und Bus mit einer durchgehenden Ampel-Priorisierung für die Öffis.