Prozess-Posse
Nierentests vertauscht? Neue Panne im Maradona-Prozess
Der Prozess um den Tod von Fußball-Legende Diego Maradona ist für eine Woche unterbrochen worden. Grund ist der Verdacht, dass dem 2020 verstorbenen Argentinier Nierenuntersuchungen seines eigenen Vaters zugeordnet wurden.
Maradonas Vater, der ebenfalls Diego hieß, war bereits 2015 gestorben. Laut übereinstimmenden argentinischen Medienberichten ordnete das Gericht nun die Beschlagnahmung der tatsächlichen Krankenakte des Weltmeisters von 1986 an.
Ärzten drohen bis zu 25 Jahre Haft
Wenige Wochen vor seinem Tod hatte sich Maradona einer Gehirnoperation unterzogen. Die Ermittler gehen davon aus, dass bei der anschließenden häuslichen Pflege des schwer angeschlagenen Ex-Fußballers massive Fehler gemacht wurden.
Mehrere Ärzte und Pfleger müssen sich deshalb wegen Totschlags verantworten. Alle Angeklagten weisen die Vorwürfe zurück. Im Fall einer Verurteilung drohen bis zu 25 Jahre Haft.
Es ist bereits der zweite Anlauf des Verfahrens. Der erste Prozess war nach 21 Verhandlungstagen für nichtig erklärt worden, nachdem eine Richterin wegen ihrer Mitarbeit an einem nicht genehmigten Dokumentarfilm über das Verfahren suspendiert worden war.