Es ist ein regelrechter Absturz: Norbert Hofer (55), einst die große Hoffnung der FPÖ, wurde am Freitagmittag mit 2,48 Promille am Steuer erwischt. Ein Alkohol-Vortest ergab den extremen Wert, den gerichtlich verwertbaren Alkomat-Test verweigerte er.
Sein Führerschein wurde ihm sofort abgenommen. Viele weitere Konsequenzen drohen ihm.
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Reumütig, aber nicht zurückgetreten
Auf der Heimfahrt von der Steiermark nach Pinkafeld touchierte Hofers Auto eine Verkehrsinsel, geriet auf die Gegenfahrbahn und fiel beinahe in den Straßengraben. Ein Zeuge rief die Polizei, die Hofer nach kurzer Fahndung an seiner Wohnadresse neben seinem Auto antraf. Gegenüber den Beamten leugnete er zunächst, selbst gefahren zu sein. Später ruderte er zurück und entschuldigte sich.
"Es tut mir leid. Ich habe so einen Fehler noch nie gemacht und trage natürlich alle Konsequenzen, die die Behörde nun ziehen wird", erklärte Hofer.
Trotz massiver Rücktrittsforderungen von der SPÖ bleibt er FPÖ-Landtagsabgeordneter im Burgenland. Dies sei mit der Bundespartei so besprochen. "Ich bleibe Landtagsabgeordneter", stellte er klar.
Welche Strafen ihn jetzt erwarten
Das droht Norbert Hofer nach der Alkohol-Fahrt:
- Geldstrafe: Ab 1,6 Promille drohen laut Straßenverkehrsordnung Geldstrafen zwischen 1.600 und 5.900 Euro. Bei Hofers Wert wird die Strafe individuell festgelegt – Einkommen und Vorstrafen spielen eine Rolle.
- Führerschein: Mindestens ein halbes Jahr Entzug. Zudem muss Hofer eine verkehrspsychologische Untersuchung und einen Amtsarzt-Termin absolvieren sowie an einer Nachschulung teilnehmen.
- Pilotenschein in Gefahr: Der leidenschaftliche Flieger darf vorerst nicht mehr abheben. Austro Control prüft seine Zuverlässigkeit, eine oe24-Anfrage wird bei Beantwortung nachgetragen. Piloten müssen Vorfälle wie den Führerscheinverlust unverzüglich melden, sonst droht der Lizenzentzug.
- Waffenschein: Auch der Verlust seines Waffenscheins steht im Raum. Bei einem derart massiven Fehlverhalten muss die Waffenbehörde eine Prognoseentscheidung treffen. oe24 wird die Antwort der zuständigen LPD Burgenland nachtragen.
Politischer Abstieg
Hofers politische Karriere scheint endgültig am Ende. Das Verhältnis zu FPÖ-Chef Herbert Kickl gilt seit Langem als zerrüttet. Von der einstigen Galionsfigur, die 2016 fast 47 Prozent der Stimmen holte, ist nach dieser Sufffahrt wenig geblieben.
Besonders pikant für die FPÖ: Es ist bereits die zweite Alkofahrt eines Spitzenpolitikers in kurzer Zeit. Erst im Mai wurde dem FPÖ-Nationalratsabgeordneten Peter Schmiedlechner bereits zum zweiten Mal der Führerschein abgenommen – ohne politische Konsequenzen.
Ob Hofer tatsächlich mit einem blauen Auge davonkommt, wird sich zeigen. Am Tag der Alkoholfahrt hätte er eigentlich in der Wiener Börse sein sollen, wo sein Unternehmen Emerald Horizon, bei dem er als Vizepräsident für Strategische Kommunikation dient, an die Börse gegangen ist.