Nach Todesfall
Oberösterreich verbessert seine Notfallversorgung
OÖ. Nach dem Tod einer Patientin im Oktober 2025 hat Oberösterreich mehrere Maßnahmen zur Verbesserung der medizinischen Notfallversorgung umgesetzt. Die Frau hatte einen Einriss der Aorta erlitten, konnte jedoch in keinem spezialisierten Krankenhaus aufgenommen werden. Kurze Zeit später verstarb sie.
Der Fall sorgte landesweit für Entsetzen und führte zu einer monatelangen Aufarbeitung. Eine eigens eingesetzte Expertenkommission erarbeitete Verbesserungsvorschläge, deren wesentliche Maßnahmen mittlerweile umgesetzt wurden.
"Rotes Telefon" ermöglicht schnellere Hilfe
Eine zentrale Neuerung ist das sogenannte "Rote Telefon". Seit Juli steht dieses System in allen oberösterreichischen Krankenhäusern zur Verfügung und soll die Kommunikation bei medizinischen Notfällen deutlich beschleunigen. Damit können Regionalspitäler unmittelbar Kontakt mit den zuständigen Fachärzten größerer Krankenhäuser aufnehmen. Selbst wenn diese gerade telefonieren, kann ein dringender Anruf durchgestellt werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, direkt einen Alarm im jeweiligen Krankenhaus auszulösen.
Kostja Steiner, ärztlicher Direktor des Klinikums Rohrbach, betont, dass dadurch wertvolle Zeit eingespart werden könne. Auch Meinhard Lukas, Geschäftsführer des Kepler Universitätsklinikums, sieht einen wesentlichen Vorteil: Die Dringlichkeit eines medizinischen Notfalls werde nun sofort deutlich signalisiert.
Schnellere Übermittlung von CT-Bildern
Verbessert wurde auch der Austausch medizinischer Bilddaten zwischen den Krankenhäusern. Röntgen- und CT-Aufnahmen können mittlerweile unmittelbar über die elektronische Gesundheitsakte ELGA bereitgestellt werden. Damit erhalten auch weiter entfernte Krankenanstalten rasch Zugriff auf die Untersuchungsergebnisse. Die behandelnden Ärzte können sich dadurch schneller abstimmen und entscheiden, ob eine Verlegung des Patienten notwendig und sinnvoll ist.
Tilmann Königswieser von der Oberösterreichischen Gesundheitsholding sieht darin einen wichtigen Fortschritt für die Zusammenarbeit zwischen den Krankenhäusern. Zusätzlich wurden die Intensivkapazitäten ausgeweitet. Seit wenigen Wochen steht außerdem ein Rettungshubschrauber zur Verfügung, der auch während der Nacht eingesetzt werden kann.
Versorgungssicherheit soll erhöht werden
Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP) betont, dass diese parteiübergreifend beschlossenen Maßnahmen die Versorgungssicherheit in Oberösterreich erhöhen sollen. Trotz der Verbesserungen arbeiten die Krankenhausträger weiterhin daran, ihre Abläufe zu optimieren. Laut Meinhard Lukas könne es auch künftig Situationen geben, in denen die vorhandenen medizinischen Ressourcen nicht ausreichen.
Eine uneingeschränkte Versorgungsgarantie sei daher nicht möglich. Ziel bleibe jedoch, allen Patienten mit den verfügbaren Mitteln die bestmögliche medizinische Betreuung zu ermöglichen.