Gegen Israel

ÖFB-Team startet Mission "Liga A" mit Hochrisiko-Spiel

© GEPA pictures/ Armin Rauthner
Die WM war gestern, jetzt beginnt der Kampf um die Nations-League-Liga A!
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Der mit sechs Spielen gepflasterte Weg beginnt heute gegen Israel (20.45 Uhr/live ORF1 & im OE24-Live-Ticker). Linz bereitet sich dabei auf ein Hochrisiko-Spiel vor, während Teamchef Ralf Rangnick den Fokus auf den spielstarken Gegner und die gute Bilanz in der Hauptstadt Oberösterreichs legen will.

Nicht nur Österreichs Polizei ist in heller Aufruhr, wie schon in den letzten Tagen rund um das Trainingscamp in Freistadt, bei dem sich die Israelis verbarrikadierten, sondern auch internationale Delegierte.

Die Gäste selbst nehmen Sicherheitsbeamte nach Linz mit, auch die UEFA stellt zwei Personen zur Überwachung und Kontrolle ab. Für Israels Verband ist das mittlerweile Gewohnheit, die eigenen Heimspiele werden schon länger nicht im eigenen Land ausgetragen, Proteste rund um ihre Spiele sind nach dem kontroversen Vorgehen in Palästina an der Tagesordnung. Auch in Linz sind am Spieltag zwei Kundgebungen angekündigt.

Auch ÖFB-Fans mit besonderer Vorgabe

Auch auf Fanebene ging intern ein Schreiben um: Palästinensische Flaggen sollen nicht mit ins Stadion genommen und an Fangesängen in diese Richtung nicht teilgenommen werden.

Ralf Rangnick sagte auf die Thematik bei der Pressekonferenz angesprochen, er wäre prinzipiell gegen "Krieg", lenkte den Fokus aber aufs Sportliche. "Wir wollen dieses Mal wieder in die Liga A aufsteigen, aber auch die Mannschaft weiterentwickeln", so der ÖFB-Boss. "Das ist eine neue Situation."

In direkten Duellen hagelte es Tore

Mit Israel kommt ein Team, das dem eigenen Spielstil entgegenkommt. "Israel hat gerne den Ball, spielt hinten flach heraus und will sich mit Kombinationsspiel nach vorne orientieren", analysierte der 68-Jährige. Ob der ÖFB mit dem eigenen Pressing Schaden anrichten kann, "kommt vor allem drauf an, auf welchem Niveau wir spielen", so Rangnick.

Allerdings betonte Rangnick die hohe Energie und Power in den bisherigen Trainings, wie er sie sich bei der Nennung des Kaders gewünscht hat, es darf also mit einer energetischeren Leistung als bei der WM gerechnet werden.

Duelle gab es in den letzten Jahren ein paar. In der WM-Qualifikation 2021 lieferten sich die beiden Teams zwei Tor-Feuerwerke. In Haifa schenkte sie Franco Fodas Team fünf Tore ein, mit jeweils einem von Munas Dabbur und Shon Weissman (5:2). Die ÖFB-Elf revanchierte sich in Klagenfurt mit einem 4:2. Zwei Jahre davor in der EM-Quali ging es ähnlich torreich zu.

Nicolas Seiwald war 2021 gegen Israel mit dabei © GEPA pictures/ Matic Klansek

Israel siegte im Heimspiel 4:2 (Dabbur erneut erfolgreich), Österreich in Wien 3:1. Überhaupt siegte das Auswärtsteam seit 1979 kein einziges Mal (3 Remis). Eran Zahavi, der in diesen vier Matches Österreich gleich sechsmal einschenkte, hat seine Karriere aber immerhin schon beendet.

Bilanz in Linz ist hervorragend

Nun treffen die beiden erstmals in Linz aufeinander. "Wir haben schon gezeigt, was wir in Linz können", posaunte Rangnick und recht hat er. In der neuen Raiffeisen-Arena steht die Bilanz bei fünf Siegen und einem Remis, Letzteres war aber als einziges kein Bewerbsspiel. Darunter war auch die 5:1-Packung für Erling Haalands Norwegen 2024.

Sollte die ÖFB-Auswahl das Israel-Spiel ungeschlagen überstehen, würde sie mit dem 15. Heimspiel in Folge ohne Niederlage den Verbandsrekord weiter ausbauen. Die bisher letzte Pleite vor eigenem Publikum datiert vom 13. Oktober 2023, als man in der EM-Qualifikation im Wiener Happel-Stadion gegen Belgien 2:3 verlor.

Für die richtungsweisende Partie in Rangnicks ÖFB-Team 2.0 gab es einen Tag vor der Partie noch 1.000 Restkarten aufgrund eines freigewordenen Kontingents. Das Duell drei Tage später in Wien gegen den Kosovo (18 Uhr) ist hingegen ausverkauft. Dem ÖFB-Team stehen heiße zwei Wochen bevor.