Vor Achtelfinale

ÖFB winkt bei Aufstieg Millionen-Gage

© APA/GEORG HOCHMUTH
Sollte Österreichs Fußball-Nationalteam am Sonntag (04.00 Uhr MESZ/live ORF 1) in Kansas City gegen Algerien ins WM-Sechzehntelfinale einziehen, wird es sich erneut in Santa Barbara darauf vorbereiten.
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Im Basecamp in Kalifornien stehen dann zwar nur ein bis maximal drei Trainingstage auf dem Programm. Logistisch sei dies aufgrund der wahrscheinlichen Spielorte an der Westküste aber "die einzig sinnvolle Variante", wie ÖFB-Geschäftsführer Bernhard Neuhold der APA erklärte.

"Anders hätten wir schon Sack und Pack mitnehmen müssen, um von Kansas City wohin auch immer weiterzufliegen", sagte Neuhold. "Das wäre eine Ablenkung und ein zusätzlicher Aufwand, der auch den Fokus ein Stück weit verschieben würde." Erst mit dem Sechzehntelfinale wird das Basecamp aufgelöst, dann fliegt das ÖFB-Team nur noch von Spielort zu Spielort.

Große Herausforderung

Im Moment des Aufstiegs in die K.o.-Phase würde das gesamte Material laut Neuhold in drei Ströme aufgeteilt werden. Der erste sind Utensilien, die die Mannschaft direkt zu ihren Spielen mitnimmt. Weil die Kapazitäten auf den Charterflügen aber limitiert seien, würden Verbrauchsmaterial wie medizinische Güter, Nahrungsergänzungsmittel und Verpflegung in einem Lager in Los Angeles zwischengelagert, um ab einem möglichen Viertelfinale wieder darauf zurückgreifen zu können. Ein dritter Teil gehe mit Auflösung des Camps in Santa Barbara direkt zurück nach Wien - etwa Equipment für das in der K.o.-Phase nicht mehr benötigte eigene Medienzentrum.

Eine Million Dollar fürs Sechzehntelfinale

Für den Einzug ins Sechzehntelfinale erhält jedes Team eine Million Dollar (880.000 Euro) Preisgeld. Wirtschaftlich gesehen ist die erste K.o.-Runde damit für den ÖFB aber ein Nullsummenspiel. "Von dieser einen Million US-Dollar wird Daumen mal Pi nichts übrigbleiben", erklärte Neuhold. Die genaue Kostenbelastung sei von den Standorten und vom Spieltag abhängig.

Als Gruppenzweiter würden die Österreicher am 2. Juni (21.00 Uhr MESZ) in Los Angeles gegen Spanien weiterspielen. Neuhold: "Vom Logistischen her wäre das die am nächsten gelegene Destination." Falls man es trotz einer Niederlage gegen Algerien noch in die nächste Runde schafft, könnte man am 3. Juli (05.00 Uhr MESZ) in Vancouver gegen die Schweiz antreten.

"Destinationen an der Westküste sind für uns auf jeden Fall die besseren Varianten, weil wir uns die Zeitverschiebung ersparen und geringere Reisezeiten haben", sagte Neuhold. Der Sieger des Sechzehntelfinales mit Spanien spielt im Achtelfinale in Dallas weiter und würde im Viertelfinale wieder nach Los Angeles zurückkehren.

"Ein schöner Nebeneffekt"

Finanziell ist erst der Einzug ins Achtelfinale ein Sprung. Vier Millionen Dollar schüttet die FIFA dafür zusätzlich aus. "Das Sportliche steht für uns ganz klar im Vordergrund", betonte Neuhold. "Es geht darum, diese Chancen zu nutzen, nach 28 Jahren wieder bei einer WM zu sein und nicht nur die K.o.-Phase zu erreichen, sondern möglichst weit zu kommen. Dass das mit zusätzlichen wirtschaftlichen Bonifikationen verbunden ist, wäre ein schöner Nebeneffekt."

Durch eine Aufstockung um zwei Millionen Dollar kurz vor Turnierstart erhält jeder teilnehmende Verband alleine für das Antreten 12,5 Millionen Dollar. "Natürlich kann man sagen, dass eine WM auf einem so großen Kontinent mehr hätte abwerfen können oder sollen", meinte Neuhold. "Aber klar ist auch, dass die Sprünge für die Einzelnen geringer ausfallen, weil erstmals auf 48 Teams aufgeteilt werden muss."

Wie viel genau dem ÖFB übrig bleibt, wird auch nach dem Ausscheiden noch nicht endgültig klar sein. "Wir haben noch keine finale Klarheit, was letztlich wo zu versteuern ist", begründete der Geschäftsführer. Der Steuerberater des Verbandes sei diesbezüglich mit einer Kanzlei in den USA und mit der FIFA im Austausch. Viele US-Bundesstaaten haben unterschiedliche Steuersätze. Dazu bestehe laut Neuhold die Frage, ob das Grundpreisgeld und allfällige Bonifikationen unterschiedlich zu bewerten seien.