Sommerbaustellen

Öffi-Sommer bleibt trotz freier U4 mühsam

© APA/HANS KLAUS TECHT
Auf einer wichtigen Wiener Öffi-Strecke gibt es wieder freie Fahrt. Die U4 ist seit Montag nicht mehr geteilt und kann wieder durchgehend benützt werden. Bei der S-Bahn stehen Fahrgästen hingegen weitere schwierige Wochen bevor. Ab 10. August werden die Sperren im Norden deutlich ausgeweitet.
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Gute Nachrichten gibt es von den Wiener Linien. Die U4 fährt ab sofort wieder durchgehend. Die seit Anfang Juli dauernde Trennung zwischen Schwedenplatz und Landstraße ist vorbei. Dort wurden Gleisverbindungen getauscht und die Tunnelabdichtung erneuert. Die mühsame Langsamfahrstelle gehört damit der Vergangenheit an.

Auch auf der Lerchenfelder Straße gibt es Entlastung. Die Gleisbauarbeiten sind fertig und die Straßenbahn-Linie 46 rollt wieder auf ihrer gewohnten Strecke.

Hier stockt der Öffi-Verkehr weiterhin

Auf anderen Strecken bleibt die Geduld der Fahrgäste gefordert. Die Linie U3 ist wegen Modernisierungsarbeiten noch bis Ende August zwischen Hütteldorfer Straße und Westbahnhof unterbrochen. Auch die Badner Bahn ist massiv eingeschränkt. Sie pendelt den Großteil des Sommers nur zwischen Baden und Inzersdorf-Lokalbahn. Die Haltestellen bis zum Karlsplatz werden gar nicht angefahren.

Im Straßenbahnnetz sorgt vor allem die gesperrte Kreuzung Währinger Straße Ecke Spitalgasse für Ausfälle und Umleitungen. Das trifft die Linien 5, 12, 37, 38, 40, 41 und 42. Die Linie 43 ist ebenso weiterhin nur teilweise unterwegs. Am Ring fahren die Linien 1, 71 und D geänderte Routen oder sind verkürzt. Die Linie 62 wird ebenso umgeleitet.

Zusatz-Sperren bei den ÖBB ab 10. August

Umfangreiches Ersatzkonzept für Wien und das Weinviertel. © ÖBB

Richtig eng wird es in Kürze auf den Schienen der ÖBB. Auf der S-Bahn-Stammstrecke zwischen Floridsdorf und Praterstern fahren ohnehin seit Juli nur Busse. Hier bleibt das System mit zwei Linien aufrecht. Ein gelber Direktbus verbindet die beiden Bahnhöfe ohne Stopp, während die blaue Linie zusätzlich Handelskai und Traisengasse ansteuert.

Ab 10. August kommt es jedoch noch dicker. Für die Inbetriebnahme des neuen digitalen Zugsicherungssystems ETCS Level 2 müssen bis zum Ferienende am 6. September wichtige Anschlussstrecken komplett dichtgemacht werden. Das betrifft die Nordwestbahn, die Laaer Ostbahn und die Nordbahn. Die Linie S3 endet in Jedlersdorf, Ersatzbusse bringen die Menschen nach Floridsdorf. Die Haltestelle Brünner Straße entfällt. Der REX3 fährt nur bis Korneuburg. Von dort bringen zwei direkte Buslinien die Fahrgäste zum Praterstern sowie zum Handelskai.

© ÖBB

Bei der Laaer Ostbahn endet die S2 in Gerasdorf, der REX2 bereits in Wolkersdorf. Ersatzbusse bringen die Fahrgäste nach Floridsdorf und halten zusätzlich in Leopoldau sowie in der Heinrich-von-Buol-Gasse bei der Siemensstraße. Auf der Nordbahn endet die S1 in Süßenbrunn. Von dort fährt ein Schienenersatzverkehr über den Rennbahnweg zum Kagraner Platz mit Umstieg zur U1. Der REX1 wird weiträumig über Stadlau und Simmering zum Hauptbahnhof umgeleitet. Die Linie S80 bleibt ebenso in Teilen gesperrt.

Neue Züge und der Ausblick auf Rekord-Projekt

Trotz der Baustellen rüsten die ÖBB ihren Fuhrpark auf. Auf der Stammstrecke kommen verstärkt die neuen Doppelstock-Cityjets zum Einsatz, etwa auf der Linie CJX9. Ein Detail müssen Fahrgäste beachten. Wegen derzeit noch zu kurzer Bahnsteige können diese neuen Züge aktuell nicht beim Bahnhof Quartier Belvedere halten. Die Bahnsteige werden dort erst verlängert. Als Ausgleich werden ÖBB-Tickets von 10. August bis 6. September auf den Straßenbahn-Linien 18, 62 und O rund um den Hauptbahnhof in Richtung Belvedere beziehungsweise Rennweg anerkannt.

Der heiße Sommer ist nur der Vorgeschmack auf die Zukunft. Am 7. September startet die 14-monatige Hauptsperre der Stammstrecke zwischen Hauptbahnhof beziehungsweise St. Marx und Praterstern.