Ein brutaler Amoklauf erschüttert derzeit Europa: Der mutmaßliche Todesschütze Michal O. (24) soll insgesamt neun Menschen getötet und mindestens 15 weitere verletzt haben. Besonders brisant: Unter den Todesopfern befindet sich auch eine 51-jährige Niederösterreicherin aus dem Bezirk Gänserndorf, die mit ihrem Mann gerade auf Urlaub in Polen war. Ihr Ehemann überlebte den Angriff, wurde dabei allerdings verletzt. "Besonders nahe geht uns diese abscheuliche Tat, weil auch einer Niederösterreicherin das Leben genommen und ihr Ehemann verletzt wurde. Meine Gedanken sind bei ihrer Familie und allen Angehörigen der Opfer. Ihnen gilt mein tief empfundenes Mitgefühl", sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP).
Am Samstagnachmittag fuhr der junge Pole in Tarnkleidung mit einem schwarzen Subaru auf den historischen Hauptmarkt und eröffnete aus dem Fahrzeug heraus mit einem halbautomatischen Gewehr vom Typ AR-15 das Feuer auf Passanten. Zuvor soll er in der Familienwohnung bereits seine eigenen Eltern und seine Schwester getötet haben.
Auf seiner Flucht vom Tatort krachte sein Wagen an einer Kreuzung mit einem anderen Auto zusammen. Daraufhin sprang Michal O. aus seinem Subaru und schoss auf die herbeigeeilten Einsatzkräfte. Die Polizei erwiderte das Feuer und traf den 24-Jährigen. Er konnte überwältigt werden und kam verletzt in ein Krankenhaus.
Sportschütze mit rechtsextremen Ansichten
Michal O. wurde 2002 geboren und wuchs in Ostrowiec Świętokrzyski auf, rund 200 Kilometer nordöstlich von Krakau. Als Kind fiel er durch sein künstlerisches Talent auf und engagierte sich in der Kirche. Später besuchte er eine technische Fachschule. Seine größte Leidenschaft galt allerdings den Waffen. Wie sein Vater war er begeisterter Sportschütze.
Zwei Schusswaffen waren auf ihn registriert, weitere elf auf seinen Vater. Polens Innenminister Marcin Kierwiński bezeichnete den 24-Jährigen als Anhänger ultranationalistischer Ansichten und berichtete von seiner Faszination für rechtsextreme Ideologien. Mit dem Militär soll er allerdings nichts zu tun ghabt haben.
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Ermittler sichern umfangreiches Waffenarsenal
Bei der Durchsuchung seines Autos machten die Ermittler Laut Polsat News einen brisanten Fund: Zahlreiche Waffen, Munition und militärische Ausrüstungsgegenstände wurden sichergestellt. Darunter befanden sich Magazine, ein Bajonett und ein Militärrucksack.
Was den erst 24-Jährigen zu den brutalen Morden an seiner Familie und dem anschließenden Blutbad in Krakau trieb, ist noch unklar. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der schrecklichen Tat laufen auf Hochtouren.