Weltcup-Auftakt

ÖSV-Kampfansage an die Schweiz: Schluss mit Bescheidenheit

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Zwei Winter ohne Kristallkugel sind dem ÖSV genug. Jetzt fordert Ski-Chef Marko Pfeifer Siege – und Marco Schwarz nimmt die Jagd auf Odermatt auf.
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Sechs Weltcupsiege, 18 Podestplätze, aber keine einzige Kristallkugel. Österreichs Ski-Männer wollen sich nicht länger mit guten Platzierungen zufriedengeben. Vor dem Weltcup-Auftakt in Sölden am kommenden Wochenende bläst ÖSV-Cheftrainer Marko Pfeifer (52) zum Angriff auf die Schweizer Konkurrenz um Superstar Marco Odermatt. Allen voran Marco Schwarz, der den Schweizer im Vorjahr auf dem Rettenbachgletscher bis auf 24 Hundertstel forderte.

Pfeifer: "Wir sind Österreich"

"Wir sind Österreich, wir haben in jeder Disziplin ein bis zwei bis mehrere Leute, die Rennen gewinnen können und werden", stellt Pfeifer klar.

Nach zwei Wintern ohne Kristallkugel hat der ÖSV-Chef genug von vorsichtigen Zielsetzungen. Seine Forderung: "Unser Anspruch soll sein, jedes Rennen so in Angriff zu nehmen, dass wir gewinnen wollen."

Ausgerechnet die Schweizer haben den Österreichern in den vergangenen Jahren regelmäßig die großen Trophäen weggeschnappt. Im Riesentorlauf und im Gesamtweltcup wartet der ÖSV seit Marcel Hirschers Abschied 2019 auf eine Kristallkugel. In der Abfahrt liegt der letzte österreichische Triumph sogar noch länger zurück: Klaus Kröll gewann 2012.

Die Jagd auf die nächste Kristallkugel beginnt ausgerechnet gegen Marco Odermatt. Der Schweizer soll am Sonntag beim Riesentorlauf in Sölden (10 und 13 Uhr, live ORF 1) sein 200. Weltcuprennen bestreiten. Nach seinem verletzungsbedingt verkürzten Chile-Aufenthalt konnte er zuletzt auf der Diavolezza trainieren und sich mit seinem Team auch auf dem Original-Rennhang vorbereiten.

ÖSV-Führung: Johannes Zöchling (Frauen), Marko Pfeifer (Männer), Christian Mitter (Sportlicher Leiter ÖSV Ski Alpin) geben die Richtung vor. © APA/EXPA/ JOHANN GRODER

Schwarz hat mit Odermatt Rechnung offen

Einer, der dem Schweizer die Jubiläumsparty verderben will, ist Marco Schwarz. Der Kärntner peilt beim Riesentorlauf gleich das Podest an. Dafür hat der 31-Jährige seine Karriere neu ausgerichtet: Den Slalom, in dem er 2021 die Kristallkugel gewann, streicht er aus seinem Programm. Stattdessen setzt er auf Riesentorlauf, Super-G und Abfahrt.

Von Odermatts Dominanz lässt er sich nicht beeindrucken. "Überhaupt nicht, ich versuch auch nicht, ihn zu kopieren", erklärte Schwarz im oe24-Interview. Sein Ziel für Sölden: "Natürlich will ich gleich einmal aufs Podium fahren."

Mit dem Rettenbachgletscher hat er ohnehin noch eine Rechnung offen. Vor drei Jahren führte Schwarz nach dem ersten Durchgang, ehe das Rennen abgebrochen wurde. Im Vorjahr fehlten ihm als Zweitem gerade einmal 24 Hundertstel auf Odermatt.

ÖSV hofft auf die Speed-Stars

Nicht nur Schwarz soll den Schweizern das Leben schwer machen. In den Speeddisziplinen setzt Pfeifer auf Vincent Kriechmayr und Raphael Haaser.

Kriechmayr beendete den vergangenen Winter als Zweiter im Super-G-Weltcup, Haaser wurde Dritter. Im Kampf um die Kristallkugel fehlte damit nicht viel.

Schwieriger sieht es im Slalom aus. Manuel Feller arbeitet nach seinem erneuten Bandscheibenvorfall am Comeback. Österreichs letzter Slalom-Kugelgewinner fällt vorerst aus. Die Verantwortung liegt zunächst bei Fabio Gstrein, dahinter sollen junge Europacup-Läufer nachrücken.

Beim Saisonstart auf dem Rettenbachgletscher wird neben Schwarz auch Stefan Brennsteiner wieder gefragt sein. Der Tiroler wurde im Vorjahr in Sölden Vierter, Raphael Haaser landete auf Rang sechs.