Rettungsaktion
Orang-Utans hungern in Indonesien: Rettungsaktion nach Waldbränden
Erst am 6. August wurde der männliche Orang-Utan Wak aus einem besonders gefährdeten Gebiet gerettet. Die Helfer näherten sich dem Tier mit einem Boot über den Fluss. Wak saß hoch oben in einem Baum. Ein Ranger betäubte Wak vorsichtig mit einem Betäubungspfeil. Als er langsam das Bewusstsein verlor, fiel er vom Baum. Die Helfer:innen warteten bereits mit einem Auffangnetz am Boden und fingen ihn auf.
Anschließend überprüften sie seine Vitalwerte und brachten ihn in Sicherheit. Bei solchen Rettungen wird der Gesundheitszustand der Tiere genau kontrolliert. Nachdem der Gesunheitscheck abgeschlossen und Wak wieder bei Bewusstsein war, transportierten ihn die Helfer:innen zurück in ein geeignetes Waldgebiet. Schüchtern war Wak nicht. Er half sogar mit seinen Händen mit, die Tür der Transportbox zu öffnen. Ohne zu zögern kletterte er direkt auf einen Baum vor ihm und verschwand wieder zwischen den Blättern. Hier kann sich Wak wieder erfolgreich auf die Nahrungssuche machen.
Orangutan in Indonesien ernähren sich hauptsächlich pflanzlich. Besonders gerne haben sie Früchte wie Feigen. Aber auch andere Waldfrüchte, Blätter und Jungtriebe machen einen großen Teil der Nahrung aus. Nur gelegentlich verspeisen sie Insekten wie Ameisen und Termiten. In zerstörten Waldgebieten, ohne jeglichem Futter, hätte Wak kaum eine Überlebenschance gehabt.
Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 16.08.2026, hier in voller Länge sehen. Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 23.08.2026, 18:30 Uhr.
Bereits bei früheren schweren Bränden mussten mehr als 60 Orang-Utans gerettet werden. Viele Tiere waren auch noch Monate nach den Feuern auf der Suche nach Nahrung und drohten zu verhungern.
Wenn die Tiere in ihrer zerstörten Heimat nichts mehr finden, dringen sie zunehmend in Plantagen und menschliche Siedlungen vor. Dadurch steigt auch das Risiko von Konflikten zwischen Menschen und Orang-Utans.
Allein von Januar bis Juni 2026 waren in Indonesien laut Angaben des Forstministeriums mehr als 107.000 Hektar Land von Bränden betroffen – 110 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2023, als das Land ebenfalls unter den Auswirkungen von El Niño litt.
Für die Rettungsteams bedeutet das: Sie müssen nicht nur gegen die Flammen kämpfen, sondern auch dafür sorgen, dass Orang-Utans nach der Katastrophe noch einen Lebensraum finden, in dem sie ausreichend Nahrung und Sicherheit haben.