Artenschutz Spanien
600 Flamingo-Küken werden erforscht
Doch wozu? Die Ringe helfen Forschern dabei, die Tiere über Jahre hinweg zu verfolgen. Wird ein beringter Flamingo später in einem anderen Feuchtgebiet Europas oder Nordafrikas entdeckt, können die Forscher nachvollziehen, wohin er gezogen ist, wie weit er wandert und welche Gebiete er nutzt. So lässt sich besser verstehen, wie sich die Flamingo-Population entwickelt und welche Lebensräume für ihren Schutz besonders wichtig sind.
Bei Sonnenaufgang treiben deshalb Hunderte Freiwillige die Küken vorsichtig in ein Gehege. Dort wird jedes Tier gewogen, vermessen und mit einem Ring gekennzeichnet. Gleichzeitig nutzen die Helfer die Gelegenheit für einen umfassenden Gesundheitscheck.
"Wir messen die Schnäbel und Flügel, nehmen Blut- und Abstrichproben, um Krankheiten zu kontrollieren, und führen eine vollständige tierärztliche Untersuchung durch", erklärt Isabel Molina vom Zentrum für gefährdete Arten der Regionalregierung Andalusiens.
Unter den Küken ist diesmal eine besondere Entdeckung: ein vollständig weißer Flamingo. Das Tier hat Leuzismus, eine seltene Pigmentstörung, durch die das Gefieder weiß erscheint. Zusätzlich leidet der junge Vogel an einer Entzündung am Fuß und wird deshalb genauer untersucht.
Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 16.08.2026, hier in voller Länge sehen. Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 23.08.2026, 18:30 Uhr.
Die Beringung hat in Fuente de Piedra bereits Tradition. Seit 40 Jahren werden hier Flamingos wissenschaftlich erfasst. Mehr als 200.000 Küken sind seit 1984 in der Lagune geschlüpft.
Die Lagune selbst ist ein wichtiger Brutplatz, da die Tiere von geeigneten Feuchtgebieten abhängig sind. Die Region hat in den vergangenen Jahren immer wieder unter schweren Dürren gelitten. Umso wichtiger sind die Daten darüber, wohin sie bei Dürre ausweichen und welche Feuchtgebiete sie zum Überleben brauchen. Nur mit fundierten Kenntnisse über die Tiere können rechtliche Rahmenbedingungen für sie und ihren benötigten Lebensraum geschaffen werden.
Für die freiwilligen Helfer ist die Beringungsaktion deshalb mehr als ein einmaliges Ereignis.
Nach der Untersuchung kommt schließlich der Moment, auf den alle gewartet haben: Das Gehege öffnet sich und Hunderte Flamingo-Küken laufen zurück zur Kolonie.
Mit jedem Ring werden wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen:
Wo wird dieser Flamingo eines Tages auftauchen? Welche Orte wird er auf seinem Weg durch Europa und Nordafrika nutzen?
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