Ende der Schonfrist
Paketsteuer bei Amazon: Ab 2027 fällt Ausnahme für Spar-Abos
Seit dem 1. Oktober 2026 gilt in Österreich die gesetzliche Paketsteuer, die bei Amazon-Bestellungen seither mit 2,40 Euro pro Einkauf zu Buche schlägt. Bislang gab es für treue Kunden jedoch ein lukratives Schlupfloch: Wer Alltagswaren über das automatisierte Spar-Abo bezog, blieb von der Sonderabgabe verschont.
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Damit ist ab 2027 endgültig Schluss. In einer aktuellen Benachrichtigung an österreichische Kunden informiert das Unternehmen über die bevorstehende Neuerung. Unter dem Punkt "Österreichische Paketsteuer" heißt es wörtlich: "Für deine regelmäßigen Spar-Abo-Lieferungen ändert sich im Moment nichts für dich, und deine Spar-Abos laufen wie gewohnt weiter."
Gleich im Anschluss folgt jedoch der entscheidende Satz, der die künftige Teuerung ankündigt: "Ab 2027 wird die Paketsteuer auch bei regelmäßigen Lieferungen erhoben. Wir informieren dich, bevor sich etwas ändert."
Rechenbeispiel: Bis zu 28,80 Euro Mehrkosten pro Jahr
Die Paketsteuer setzt sich aus einer gesetzlichen Grundabgabe von zwei Euro sowie 20 Prozent österreichischer Umsatzsteuer zusammen, was exakt 2,40 Euro pro Zustellung ergibt. Wird dieser Betrag künftig bei jeder monatlichen Zustellung verrechnet, steigen die jährlichen Haushaltsausgaben spürbar an.
Besonders betroffen sind Konsumenten, die Güter des täglichen Bedarfs automatisiert nach Hause bestellen:
- Typische Spar-Abo-Produkte: Waschmittel, Reinigungsmittel, Kaffeebohnen, Tierfutter, Windeln sowie sonstige Haushaltsartikel.
- Finanzielle Auswirkung: Bei einer monatlichen steuerpflichtigen Abo-Lieferung summiert sich der Aufschlag auf exakt 28,80 Euro im Jahr.
- Effekt auf Rabatte: Zwar bleibt der vereinbarte Spar-Abo-Rabatt laut Konzern aufrecht, doch die fixe Abgabe von 2,40 Euro frisst die Ersparnis bei preiswerten Einzelartikeln zu einem großen Teil wieder auf.
Einen exakten Stichtag für die Einführung innerhalb des Jahres 2027 oder Details zur konkreten Abrechnungsmodalität nannte Amazon in dem Schreiben noch nicht.
Gesetzliche Regelung trifft Online-Riesen ab 100 Millionen Euro Umsatz
Die österreichische Paketabgabe wurde eingeführt, um den stationären Handel zu unterstützen und große internationale Versandhändler stärker in die Pflicht zu nehmen. Gesetzlich verpflichtet sind Plattformen und Konzerne, deren relevante Umsätze in Österreich die Grenze von 100 Millionen Euro im Jahr überschreiten.
Neben Amazon müssen daher auch zahlreiche andere Großhändler die Steuer abführen:
- Große Marktplätze: AliExpress, Temu
- Mode- und Versandhäuser: Zalando, Otto
- Elektronikfachhändler: MediaMarkt
Bei regulären Standardbestellungen weist Amazon die 2,40 Euro bereits seit Anfang Oktober transparent als eigene Position im Kassenbereich aus. Die Gebühr wird dort pro getätigter Bestellung fällig – unabhängig davon, wie viele Artikel im Warenkorb liegen oder auf wie viele Pakete die Sendung aufgeteilt wird.
Vorbereitung auf die Umstellung im Jahr 2027
Für das laufende Jahr bleibt für Bestandskunden vorerst alles beim Alten. Amazon hat zugesichert, die Nutzer rechtzeitig vor dem tatsächlichen Inkrafttreten der Abo-Besteuerung detailliert über die genauen Bedingungen zu informieren. Konsumenten sollten ihre bestehenden Abonnements dennoch im Blick behalten, um ab 2027 unerwartete Aufpreise zu vermeiden.