Sechsmal hatten sich die beiden "Gunslinger" vor diesem Duell gegenübergestanden, nur einmal hatte Paul die Oberhand behalten. Sein einziger Sieg datierte aus dem Jahr 2021 in Indian Wells. Auch beim letzten Aufeinandertreffen in Shanghai 2023 hatte Rublev mit zweimal 7:5 triumphiert. Die Ausgangslage? Eigentlich ein klarer Vorteil für den Russen.
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Dazu kam, dass Rublev in Wien zuletzt im Training einen starken Eindruck hinterlassen hatte. Besonders die gemeinsame Einheit mit Carlos Alcaraz am Sonntag machte Lust auf mehr. Doch zwischen Trainingsplatz und Matchcourt liegen manchmal Welten. Als es gegen Paul ernst wurde, fand Rublev nicht in seinen Rhythmus – und sein Gegner witterte seine Chance.
Erst der Wackler, dann der Paul-Turbo!
Paul legte von Beginn an den besseren Auftritt hin und setzte Rublev mit druckvollem Tennis unter Zugzwang. Beim Stand von 5:4 hatte der Amerikaner den ersten Satz bereits auf dem Schläger, konnte den Sack aber noch nicht zumachen. Rublev schlug zurück und machte die Schlussphase noch einmal spannend.
Doch Paul ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen. Statt den vergebenen Satzball-Chancen hinterherzutrauern, legte er nach – und holte sich den Durchgang wenig später mit 7:5. Ein wichtiger Nackenschlag für Rublev, der nun liefern musste.
Doch statt einer Aufholjagd folgte der nächste Rückschlag! Im zweiten Satz zog Paul regelrecht davon, während Rublev immer mehr den Zugriff auf die Partie verlor. Beim Stand von 4:0 war der Amerikaner bereits klar auf Kurs. Rublev fand kaum noch Mittel gegen das aggressive Spiel seines Kontrahenten, der sich den Vorsprung nicht mehr nehmen ließ. Mit 6:2 machte Paul den überraschend deutlichen Erfolg perfekt.
Rublev raus, Paul heiß auf mehr
Für Rublev ist das Abenteuer Wien damit bereits nach dem ersten Auftritt beendet. Paul dagegen setzt ein kräftiges Ausrufezeichen und beweist, dass die bisherige Bilanz gegen einen Gegner nicht viel bedeuten muss, wenn am Matchtag alles zusammenpasst.
Lange Zeit zum Durchatmen bleibt dem Amerikaner allerdings nicht. Am Donnerstag wartet in Runde zwei der Italiener Luciano Darderi. Nach diesem Auftakt-Coup dürfte Paul mit reichlich Selbstvertrauen in die nächste Aufgabe gehen. Und Rublev? Für ihn bleibt nach dem frühen Aus nur die bittere Erkenntnis, dass ein guter Trainingseindruck noch lange keinen Sieg garantiert.