Wüsten-Öl

Pipeline-Angriff: Trump wittert Mullah-Komplott

© APA/AFP/BRENDAN SMIALOWSKI
US-Präsident Donald Trump vermutet nach eigenen Angaben den Iran hinter dem Drohnenangriff eine wichtige Öl-Pipeline in Saudi-Arabien.
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Wahrscheinlich sei der Iran verantwortlich, sagte Trump am Samstag vor Journalisten in Dublin. Saudi-Arabien zufolge ging der Angriff von irakischem Gebiet aus. Die Führung in Bagdad bestätigte das. An der Grenze zum Iran wurde zudem eine Drohnenabschussvorrichtung gefunden. Im Irak gibt es mehrere vom Iran unterstützte Milizen.

Wegen des Angriffs wurde der Betrieb der Ost-West-Pipeline zunächst eingestellt. Dies könnte die Ölpreise weiter in die Höhe treiben. Die Leitung ist für Saudi-Arabien eine der wichtigsten Routen für den Öl-Export zur Umgehung der Straße von Hormuz, die vom Iran seit Monaten weitgehend blockiert wird.

Saudi-Arabien gerät zudem durch den Vormarsch der Houthi-Rebellen im Nachbarland Jemen unter Druck. Sie hatten zuletzt auch Öl-Anlagen in Saudi-Arabien mit Luftangriffen attackiert und ihre Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandab am Roten Meer ausgeweitet.

Meerenge Bab al-Mandab am Roten Meer © Getty Images

Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman bat Trump um Hilfe

Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman hatte Insidern zufolge Trump in der vergangenen Woche angerufen und um militärische Hilfe der USA im Kampf gegen die Houthi-Miliz gebeten. Ihm sei mitgeteilt worden, dass die USA vorerst nicht direkt eingreifen, aber mit nachrichtendienstlichen Informationen unterstützen würden. Die USA stehen vor dem Dilemma, dass sie mit einer umfangreicheren Militärhilfe für Saudi-Arabien eine Ausweitung des Krieges riskieren und eine zweite Front eröffnen würden.

Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman © EPA

Trump bestätigte am Samstag, dass er mit dem Kronprinzen gesprochen habe, und bezeichnete ihn als "guten Freund". Auch die Houthi-Miliz habe die US-Regierung kontaktiert und darum gebeten, dass sich die USA nicht direkt in den Konflikt einmischen. Sie würden es vorziehen, wenn sich die USA heraushielten, und wollten die meisten Schiffe passieren lassen, so Trump. Ob diese Darstellung stimmt, ist unklar. Trump sagte zudem, der Krieg gegen den Iran werde wohl kurz nach den US-Kongresswahlen im November enden. Dann würden auch die Ölpreise wieder deutlich fallen. Trump hatte schon mehrfach ein baldiges Ende des Krieges in Aussicht gestellt, den die USA und Israel mit Abgriffen auf den Iran Ende Februar begonnen hatten. Ursprünglich hatte Trump von einer Kriegsdauer von wenigen Wochen gesprochen.

Houthi-Sprecher: Nur saudi-arabische Schiffe werden bei Bab al-Mandab blockiert

Ein Houthi-Sprecher teilte mit, die Passage bei Bab al-Mandab sei für alle Schiffe weiter sicher, mit Ausnahme saudi-arabischer Schiffe, für die eine zuvor angekündigte Blockade gelte. Insidern zufolge besetzte die Houthi-Miliz am Freitag die strategisch wichtige Insel Perim an der Meerenge. Die von Saudi-Arabien unterstützten Truppen der jemenitischen Regierung in dem Bürgerkriegsland kündigten eine Gegenoffensive an. Der massive Vormarsch der Houthis soll laut Insidern unter direkter Anleitung der iranischen Revolutionsgarde erfolgt sein. Ziel sei es, eine neue Front im Konflikt mit den USA zu eröffnen. Der Iran wies dies offiziell zurück. Zwei Insidern aus dem Iran zufolge hatte die Regierung in Teheran die Houthi-Miliz jedoch angewiesen, ihre Angriffe auf Saudi-Arabien zu verstärken.

Die Meerenge Bab al-Mandab ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Für Saudi-Arabien ist der Seeweg als alternative Route für den Öl-Export durch das Rote Meer von besonderer Bedeutung, da die Straße von Hormuz wegen des Kriegs zwischen den USA und dem Iran weitgehend blockiert ist. Die Houthis hatten sich im März aufseiten des Iran in den Krieg eingeschaltet und im Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien verhängt.