Making-Of in Indien

Pirelli Kalender 2027 mit besonders emotionaler Botschaft

© Alessandro Scotti
Der legendäre Pirelli-Kalender bekommt 2027 einen völlig neuen Look: Indien steht im Mittelpunkt – mit Freida Pinto, Padma Lakshmi, Rupi Kaur und vielen weiteren bekannten Gesichtern. Hinter den Bildern steckt außerdem eine berührende Familiengeschichte.
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Kaum ein Kalender sorgt Jahr für Jahr für so viel Aufmerksamkeit wie "The Cal". Für 2027 schlägt Pirelli nun ein neues Kapitel auf – und widmet erstmals eine komplette Ausgabe der Schönheit, Vielfalt und den Gegensätzen Indiens.

Dabei geht es längst nicht nur um glamouröse Porträts und spektakuläre Kulissen. Der neue Kalender soll Indien aus zwei völlig unterschiedlichen Blickwinkeln zeigen: von außen und von innen, modern und traditionsreich, inszeniert und ganz unmittelbar.

Dafür holte Pirelli gleich mehrere große Namen hinter die Kamera: den norwegischen Starfotografen Sølve Sundsbø, den legendären indischen Fotografen Raghu Rai und dessen Tochter Avani Rai.

From the backstage of the Pirelli Calendar 2027 by Sølve Sundsbø and Raghu Rai with Avani Rai © Alessandro Scotti

Freida Pinto, Rupi Kaur und Padma Lakshmi vor der Kamera

Auch die Besetzung liest sich hochkarätig. Sundsbø fotografierte für den Kalender unter anderem Freida Pinto, Padma Lakshmi, Rupi Kaur, Aditi Rao Hydari, Anoushka Shankar und Avantika Vandanapu.

Dazu kommen die Models Lakshmi Menon und Bhavitha Mandava sowie Avani Rai selbst.

Die Aufnahmen entstanden in Rajasthan, zwischen dem berühmten Jaigarh-Fort und Ajabgarh. Statt Indien lediglich als exotische Kulisse zu inszenieren, wollte Sundsbø vor allem die Menschen in den Mittelpunkt stellen.

From the backstage of the Pirelli Calendar 2027 by Sølve Sundsbø and Raghu Rai with Avani Rai © Alessandro Scotti

Tragischer Schicksalsschlag verändert das Projekt

Doch der Pirelli-Kalender 2027 hat auch eine besonders emotionale Ebene. Der renommierte indische Fotograf Raghu Rai sollte ursprünglich selbst an dem Projekt arbeiten und seine jahrzehntelange fotografische Auseinandersetzung mit Indien einbringen.

Nach seinem Tod übernahm seine Tochter Avani Rai die Aufgabe, seine Vision weiterzuführen. Doch sie entschied sich, das ursprüngliche Konzept ihres Vaters weiterzuentwickeln. Anstatt ausschließlich im Studio zu fotografieren, zog sie mit ihrer Kamera hinaus auf die Straßen von Alt-Delhi – genau dorthin, wo auch Raghu Rai jahrzehntelang Menschen und Alltag festgehalten hatte.

From the backstage of the Pirelli Calendar 2027 by Sølve Sundsbø and Raghu Rai with Avani Rai © Alessandro Scotti

Vergangenheit trifft auf das Indien von heute

Das Ergebnis ist ein spannendes Spiel mit Zeit und Erinnerung. Avani Rai greift auf ältere, bislang unveröffentlichte Bilder ihres Vaters zurück und stellt sie der heutigen Realität gegenüber.

"Ich rahme ihn ein, ich rahme sein Werk ein und ich rahme die Realität ein, die 30, 40 oder 50 Jahre später existiert", beschreibt sie ihre Arbeit.

So entsteht ein Kalender, der nicht nur schöne Bilder zeigen will, sondern auch davon erzählt, wie sich ein Land verändert – und was über Generationen hinweg bestehen bleibt.

From the backstage of the Pirelli Calendar 2027 by Sølve Sundsbø and Raghu Rai with Avani Rai © Alessandro Scotti

Mehr als 200 Menschen werden Teil des Kalenders

Während Sundsbø vor allem prominente Persönlichkeiten porträtiert, holte Avani Rai das echte Leben vor die Kamera. Mehr als 200 Menschen wurden Teil ihrer Serie: Tänzer, Straßenkünstler, Musiker, Kunsthandwerker, Performer und ganz gewöhnliche Menschen aus Delhi. Auch Avanis Mutter Gurmeet Rai ist Teil des Projekts.

Genau diese Mischung macht die Ausgabe 2027 so besonders: Glamour trifft auf Straßenleben, internationale Stars auf unbekannte Gesichter, große Inszenierung auf spontane Momente.

Der Pirelli-Kalender 2027 wird damit nicht nur zur Liebeserklärung an Indien, sondern gleichzeitig zu einer Hommage an Raghu Rai und dessen fotografisches Vermächtnis.