WM-Sechzehntelfinale
Für Jota! Portugal kämpft am Todestag um Einzug ins Achtelfinale
Zur Erinnerung: Der Liverpool-Star war am 3. Juli 2025, nur wenige Tage nach seiner Hochzeit, gemeinsam mit seinem Bruder André bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Jota wurde nur 28 Jahre alt und hinterließ seine Ehefrau Rute Cardoso sowie drei Kinder. Besonders bitter: Die Weltmeisterschaft in Nordamerika war sein großer Traum. Die WM 2022 hatte er verletzt verpasst, 2026 wollte er endlich dabei sein.
Martinez: »Diogo ist unser Licht«
Doch obwohl Jota nicht mehr lebt, ist er für seine Teamkollegen allgegenwärtig. Bei der Kaderbekanntgabe wurde sein Name symbolisch als 27. Spieler geführt, alle Profis tragen ihm zu Ehren ein schwarzes Armband. Beim WM-Auftakt erschien sein Bild während der Nationalhymne auf den Stadion-Leinwänden, seine Familie saß auf der Tribüne. Als João Neves früh traf, zeigte er sofort mit beiden Händen in den Himmel.
"Wir sind nicht 26 Spieler – wir sind 26 plus einer", sagte Mittelfeldstar Vitinha vor dem Turnier. Auch Teamchef Roberto Martínez machte klar, was die Mannschaft antreibt: "Diogo ist unser Licht. Er wollte Weltmeister werden. Jetzt ist es unsere Verpflichtung, diesen Traum für ihn weiterzutragen."
Auch interessant
Portugal mit Luft nach oben
Gerade jetzt könnte diese Botschaft wichtiger denn je sein. Denn sportlich läuft bei den Portugiesen längst nicht alles rund. Zwar blieb der Mitfavorit in der Gruppenphase ungeschlagen, doch ein Sieg und zwei Remis sorgten ebenso für Stirnrunzeln wie die Nebengeräusche abseits des Rasens. Diskussionen um Cristiano Ronaldos Rolle, Aufregung über Strand- und Poolbesuche, gefälschte Instagram-Posts sowie Aussagen von João Neves über den Superstar ließen keine echte Turnier-Ruhe aufkommen.
Mit Kroatien wartet nun ein unangenehmer Prüfstein – und ab sofort gibt es keinen doppelten Boden mehr. Jeder Fehler kann das WM-Aus bedeuten. Vielleicht ist ausgerechnet die Erinnerung an Diogo Jota der Funke, der diese Mannschaft wieder zusammenschweißt. Für Portugal. Für den Titel. Und vor allem für ihren unvergessenen "27. Mann".