Globale Regeln
Pröll bei KI-Gipfel: "KI kennt keine Grenzen"
Es ist ein prestigeträchtiger Ort. Hier beim CERN (Europäische Organisation für Kernforschung) in Genf wurde das Internet erfunden. Tim Berners-Lee schuf Anfang der 90er-Jahre die Grundlagen für das Surfen im Web, wie wir es alle kennen: Browser, HTML, Server und Client. Jetzt kommt mit der Künstlichen Intelligenz eine neue Revolution auf die Welt zu.
Und die Welt muss sich rüsten, findet man bei der UNO. Dabei beim großen Gipfel ist Digitalisierungs-Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP), der in Genf in Vertretung des Bundeskanzlers an der internationalen KI-Konferenz "UN Global Dialogue on AI Governance" teilnimmt. Er hat die Warnung von UNO-Generalsekretär António Guterres vor den Gefahren Künstlicher Intelligenz aufgegriffen und sich für ein internationales Regelwerk zur Nutzung von KI ausgesprochen. Pröll betonte dabei insbesondere die Notwendigkeit, den Schutz von Kindern im Umgang mit KI-Systemen auf internationaler Ebene zu verankern.
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Erster wissenschaftlicher UN-Bericht zu KI
Grundlage des Genfer Dialogs ist die Premiere des Berichts des unabhängigen internationalen Wissenschaftsgremiums für KI, der von Fachleuten aus allen fünf UN-Regionen erstellt wurde. Der Bericht liefert eine erste evidenzbasierte Bestandsaufnahme der Chancen, Risiken und Auswirkungen von KI entlang von sieben Themenfeldern. Seine zentrale Warnung ist, dass die bestehenden Schutzmechanismen mit dem rasanten Tempo der KI-Entwicklung nicht Schritt halten können und die Künstliche Intelligenz weltweit nicht fair verteilt ist.
"Künstliche Intelligenz verändert unsere Gesellschaft tiefgreifend. Genau deshalb braucht es jetzt einen verbindlichen internationalen Rahmen. Wenn wir warten bis alle Auswirkungen des Berichts restlos belegt sind, ist es für ein wirksames Handeln womöglich zu spät. KI kennt keine Grenzen, also brauchen die Regeln dafür eine globale Antwort", so Digitalisierungsstaatssekretär Pröll.
Österreich unterfertigte gemeinsam mit 16 weiteren Staaten sowie 6 internationalen Organisationen die von Frankreich und Spanien initiierte Coalition for Children's Rights and Protection in the Age of Artificial Intelligence. Die Initiative bündelt Staaten, die sich zu gemeinsamen Grundsätzen für den Schutz von Kindern im Umgang mit KI-Systemen bekennen – von kindgerechter Systemgestaltung über den Schutz vor Manipulation, Deepfakes und schädlichen Inhalten bis hin zu klaren Verantwortlichkeiten für Anbieter von KI-Anwendungen. Damit reiht sich die Koalition in die wachsende Zahl internationaler Initiativen ein, die Kinderrechte im digitalen Raum völkerrechtlich verankern wollen. Für Österreich ist die Unterzeichnung ein logischer nächster Schritt: National wurde mit dem Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige bereits vorgelegt, mit dem Beitritt zur Koalition wird dieses Engagement nun auf internationaler Ebene fortgesetzt und mit gleichgesinnten Staaten gebündelt.
"Jedes Kind hat das Recht, in einer sicheren digitalen Umgebung aufzuwachsen, zu lernen und sich frei entfalten zu können – ohne Angst vor Missbrauch oder Ausbeutung. Genau dafür steht diese Koalition: Sie bringt Staaten, die Vereinten Nationen, die Zivilgesellschaft und Bildungseinrichtungen zusammen, um Kinderschutz zu einem festen Bestandteil globaler KI-Governance zu machen. Österreich unterstützt diesen Weg mit voller Überzeugung. Bereits mit dem Mindestalter für soziale Medien für junge Menschen hat Österreich Verantwortung übernommen und den Schutz von Kindern im digitalen Raum gestärkt. Dieser Weg ist kein Ausdruck von Technikfeindlichkeit, sondern beruht auf der Überzeugung, dass Kinder geschützt werden müssen, bevor Algorithmen ihr Denken und Verhalten prägen. An diesem Grundsatz halten wir konsequent fest: Der Schutz von Kindern darf nicht allein den Kräften des Marktes überlassen werden", so der Digitalisierungsstaatssekretär bei der Konferenz.