Vanessa Rauter
Profi-Trainingsplan: So werden Sie fit wie Messi, Yamal & Co.
Während die Sportwelt gebannt auf den großen Showdown der Männer-WM blickt – wo mit dem Finale am 19. Juli der absolute Höhepunkt ansteht –, lohnt sich ein Blick abseits des ganz großen Scheinwerferlichts. Denn der Frauenfußball boomt: Spätestens seit der EM 2025 ist die Euphorie auch in Österreich riesig. Doch hinter den Kulissen wartet oft ein knallharter Spagat. Viele Spielerinnen jonglieren nach wie vor einen regulären Job mit dem Profibetrieb auf dem Rasen.
Wir haben mit Rapid-Stürmerin Vanessa Rauter über Trainingsintensität, mentale Stärke und notwendige Reformen gesprochen – und über ihren ganz persönlichen Alltag, in dem ein Fünf-Stunden-Schultag oft nur die Pause zwischen zwei Trainingseinheiten ist.
Wie sieht Ihr aktuelles Trainingspensum aus und wie wichtig ist dabei die Physis?
Vanessa Rauter: Wir trainieren als Team viermal pro Woche am Abend – inklusive einer festen Krafteinheit. Wer es zeitlich einrichten kann, nutzt zusätzlich ein bis zwei Vormittagseinheiten. Ich selbst absolviere in Eigenregie noch ein bis zwei Extra-Einheiten im Gym oder auf der Laufstrecke. Das Krafttraining ist enorm wichtig, um robust in den Zweikämpfen zu sein, auch wenn das taktische Teamtraining natürlich im Fokus steht.
Sie arbeiten Vollzeit als Lehrerin. Wie meistern Sie diesen extrem durchgetakteten Alltag und woher nehmen Sie die Energie?
Rauter: Ich unterrichte Ernährung und Sport an einem Gymnasium. Dieser Beruf kostet viel Energie, da ich als Sportlehrerin den ganzen Tag selbst in Bewegung bin. Mein Alltag ist extrem durchgetaktet: Manchmal fahre ich zwischen zwei Trainingseinheiten noch für fünf Stunden in die Schule. Sich danach am Abend im Vereinstraining noch einmal voll zu konzentrieren und körperlich alles abzurufen, ist eine echte Herausforderung. Die nötige Energie nehme ich letztendlich vor allem aus der puren Leidenschaft für den Fußball und dem extrem guten Zusammenhalt, den wir bei Rapid im Team haben – das lädt den Akku immer wieder auf.
Fußball wird auch im Kopf entschieden. Wie gehen Sie mit Druck und Rückschlägen um?
Rauter: Wir werden bei Rapid professionell von einer Sportpsychologin betreut. Sie hat mir enorm geholfen, weil ich mir mit meinem großen Ehrgeiz in der Vergangenheit oft selbst im Weg gestanden bin. Mittlerweile kann ich Rückschläge deutlich besser annehmen, reflektieren und sie vor allem schneller abhaken, um mich auf die nächste Aktion zu fokussieren.
Der Frauenfußball boomt, zeitgleich blickt die Welt aktuell auf das bevorstehende Männer-WM-Finale. Was hat sich strukturell bereits verändert und was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Rauter: Seit der EM hat sich extrem viel getan. Die Vereine werden intern professioneller und die Medienberichterstattung nimmt stark zu. Das ist ein fundamentaler und wichtiger Schritt. Bis heute wird der Frauenfußball aber direkt mit den Männern verglichen. Das finde ich aufgrund der biologischen Voraussetzungen schwierig. Frauenfußball ist vielleicht etwas langsamer, aber taktisch hochklassig. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass Frauen – vor allem bei uns in Österreich – regelmäßig und flächendeckend vor vollen Stadien spielen und zeigen können, was fußballerisch und leidenschaftlich in ihnen steckt. Die stetig steigenden Zuschauerzahlen in den vergangenen Jahren sind jedenfalls die beste Antwort an alle ewigen Skeptiker.