YouTube-Video

Psychologin deckt auf: So echt sind JP Kraemers Tränen

Nach den schweren Enthüllungen über häusliche Gewalt in seiner Ehe zieht Tuning-Star Jean Pierre "JP" Kraemer nun die Konsequenzen und beendet seine Karriere.
Zur Vollversion des Artikels

Der Rücktritt des Tuning-Spezialisten folgt auf die Veröffentlichung schwerwiegender Vorwürfe seiner Ehefrau Julia Meck. Kraemer hatte zuvor eingeräumt, seine Partnerin mehrfach geschlagen und gewürgt zu haben. Nachdem auch ein Video eines tätlichen Angriffs öffentlich wurde, stand der Influencer massiv unter Druck. Nun zieht er die Reißleine und verabschiedet sich von seinem Lebenswerk.

Karriere-Aus vor laufender Kamera

In dem veröffentlichten Clip zeigt sich Kraemer sichtlich gezeichnet. Er seufzt tief, kämpft immer wieder um Fassung, während ihm schließlich Tränen über das Gesicht laufen. Er erklärt offiziell, dass er die Firma JP Performance nicht weiterleiten werde. Damit beendet er freiwillig, was er sich über Jahre hinweg in der Tuning-Szene aufgebaut hat.

Die Entscheidung fiel, nachdem die Gewaltübergriffe gegen Julia Meck öffentlich bekannt wurden. Kraemer hatte die Taten im Wesentlichen zugegeben, behauptete jedoch gleichzeitig, dass die Gewalt in der Ehe von beiden Seiten ausgegangen sei. Dennoch wiegt der Imageschaden schwer, und das plötzliche Aus ist die radikale Konsequenz aus dem Skandal.

Analyse des Videos offenbart Ego-Fokus

Eine genaue Untersuchung der Aussagen im Abschiedsvideo durch die "Bild"-Zeitung offenbart ein bemerkenswertes Kommunikationsmuster des gefallenen Stars. Obwohl es sich um eine Entschuldigung handeln soll, steht Kraemer selbst im absoluten Mittelpunkt seiner Ausführungen. Insgesamt 61-mal fallen die Wörter "ich" oder "mich" in dem Video – konkret sagt er laut dem Bericht der "Bild" 55-mal "ich" und sechsmal "mich".

Im krassen Gegensatz dazu stehen die tatsächlichen Momente der Reue. Nur an vier Stellen im gesamten Video entschuldigt sich Kraemer oder drückt sein Bedauern aus. Seine Entschuldigungen verteilen sich wie folgt:

  • Entschuldigung an die Ehefrau: "Ich möchte mich vorab bei allen Menschen entschuldigen, vor allen Dingen bei dir, Julia, was ich dir angetan habe und wie ich dich verletzt habe, körperlich wie menschlich."
  • Entschuldigung an das Team: Er bittet seine Mitarbeiter von JP Performance um Verzeihung.
  • Entschuldigung an die Fans: Er entschuldigt sich bei seiner treuen Community.
  • Bitte um Vergebung: Später im Video bittet er noch einmal darum, dass man ihm verzeiht, sofern es dafür noch eine Chance gibt.

Flucht in die Opferrolle?

Anstatt die Verantwortung vollständig zu übernehmen, richtet Kraemer den Fokus im weiteren Verlauf des Videos wieder ganz auf sein eigenes Befinden. Er betont, kein böser Mensch zu sein, sondern lediglich nicht immer die volle Kontrolle über sich zu haben. Er klagt darüber, dass er nicht mehr könne, und kündigt an, sich nun intensiv um sich selbst zu kümmern.

In früheren Veröffentlichungen hatte der Youtuber bereits über eigene psychische Probleme gesprochen. Er gab an, unter Depressionen zu leiden und sich auf dem Autismus-Spektrum zu befinden. Diese Aspekte führt er nun indirekt an, um seinen Zustand und sein Verhalten zu erklären.

Psychologin analysiert den Auftritt

Die renommierte Familienpsychologin Nina Grimm, die sich intensiv mit Depressionen befasst, hat den Auftritt für die "Bild"-Zeitung analysiert. Zwar sei es zu Beginn verständlich, dass Kraemer über sich spricht, da er dies so angekündigt habe, doch die erste Entschuldigung wirke bereits sehr verkopft.

Laut der Expertin verdichtet sich im Laufe des Clips der Eindruck, dass die Entschuldigung als strategisches Mittel dient. Die Reue wirke aufgesetzt und nicht aufrichtig mitfühlend. Kraemer stelle sich selbst in den Mittelpunkt und gehe in die Opferrolle, anstatt die volle Verantwortung zu übernehmen. Zudem spiele er seine Fehler herunter, indem er behauptet, nur nicht in Kontrolle zu sein.

Depression als möglicher Erklärungsansatz

Gleichzeitig hält die Psychologin im Gespräch mit "Bild" die psychischen Probleme des Youtube-Stars für glaubhaft. In früheren Videos habe Kraemer tatsächlich gedrückt und depressiv gewirkt. Auch die Hinweise auf das Autismus-Spektrum seien plausibel.

Grimm erklärt, dass Depressionen bei Männern häufig zu starker Gereiztheit und Aggression führen. Dies könne eine Erklärung für sein kühles Auftreten im Video sein und liefere auch einen Erklärungsansatz für die Gewalttätigkeiten – eine Entschuldigung für die schwere Gewalt gegen seine Ehefrau sei dies jedoch keineswegs.