Massive Angriffe

Putin hat jetzt ein großes Krim-Problem

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Die Ukraine erhöht den Druck auf die von Russland annektierte Krim massiv.
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Mit einer Serie von Drohnenangriffen auf militärische und infrastrukturelle Ziele versucht Kiew nach Einschätzung westlicher Beobachter, die Halbinsel zunehmend vom russischen Nachschub abzuschneiden und damit Moskaus Position im Süden der Ukraine zu schwächen.

Auch am Freitag wurde die Krim erneut Ziel ukrainischer Angriffe. Nach Berichten des proukrainischen Telegram-Kanals "Krymskij Weter" brach nahe eines Kraftwerks in Simferopol ein größerer Brand aus. Zudem soll es am russischen Luftwaffenstützpunkt Saki Flugabwehrfeuer gegeben haben. Explosionen wurden demnach aus mehreren Teilen der Halbinsel gemeldet. Die russischen Behörden äußerten sich zunächst nicht zu den Vorfällen.

Nach Einschätzung des US-amerikanischen Institute for the Study of War (ISW) verfolgt die Ukraine seit Wochen eine klare Strategie: Die Krim soll logistisch isoliert werden. Das Institut berichtete zuletzt, dass in dieser Woche alle drei wichtigen Straßenverbindungen von den besetzten Gebieten der Südukraine auf die Halbinsel zeitweise gestört worden seien. Gleichzeitig häufen sich Berichte über Treibstoffengpässe auf der Krim. Bewohner sollen selbst mit Bezugsscheinen Schwierigkeiten haben, Benzin zu erhalten. Weil viele Autofahrer inzwischen über die Kertsch-Brücke ins russische Gebiet Krasnodar ausweichen, werden auch dort bereits Versorgungsprobleme gemeldet.

Im Zentrum der ukrainischen Kampagne steht die sogenannte "Noworossija-Route". Die Straße verbindet Russland über Rostow am Don mit den besetzten Gebieten in der Südukraine und schließlich mit der Krim. Sie gilt als wichtigste Landverbindung für die Versorgung russischer Truppen.

"Bald abgeschnitten"

Der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, zeigt sich gegenüber Reuters überzeugt, dass die Strategie Wirkung zeigt. Die Kampagne habe den Verkehr auf der Route innerhalb eines Monats um mehr als zwei Drittel reduziert. "Wir werden die Krim in naher Zukunft isolieren", sagte Browdi. Er geht sogar davon aus, dass die Ukraine die Straße innerhalb weniger Wochen weitgehend kontrollieren könne.

Laut einem Bericht des Guardian wird die Versorgungsstraße von ukrainischen Soldaten inzwischen als "Todesstraße" bezeichnet. Hintergrund sind die zahlreichen Drohnenangriffe auf russische Militärkonvois. "Wir beobachten alle Bewegungen und haben die Reparaturarbeiten des Gegners vollständig unter Kontrolle. Wir sind jederzeit bereit, unsere Fernoperationen durchzuführen", zitiert die Zeitung ukrainische Militärvertreter. Dutzende zerstörte Lastwagen und Tankfahrzeuge sollen inzwischen am Straßenrand liegen.

Parallel dazu weitet die Ukraine ihre Angriffe tief auf russisches Territorium aus. In der Nacht wurden nach russischen Angaben insgesamt 231 ukrainische Drohnen abgefangen. Getroffen wurden unter anderem eine Raffinerie in Nischnekamsk in der russischen Teilrepublik Tatarstan sowie eine Chemie- und Kautschukfabrik in Toljatti an der Wolga. In Nischnekamsk wurden nach Behördenangaben vier Menschen verletzt.

Die Krim besitzt für Russland sowohl militärisch als auch wirtschaftlich enorme Bedeutung. Von dort aus werden Luftangriffe gegen ukrainische Ziele geflogen, zudem dient die Halbinsel als wichtiger logistischer Knotenpunkt für die russischen Streitkräfte. Gleichzeitig ist die Krim eines der wichtigsten Urlaubsgebiete Russlands. Die zunehmenden Angriffe auf Verkehrswege, Treibstofflager und Infrastruktur treffen daher nicht nur das Militär, sondern auch die zivile Versorgung und den Tourismussektor.